Milena Findeis, Foto Bohdan HolomicekMilena Findeis

Renate Findeis
Jahrgang 1957, geboren in Graz-Unterpremstätten 
Unterwegs zwischen Orten und Worten im Zeitzug mit einem österreichischen Reisepass und einem amtlich gemeldeten Wohnsitz in Prag 10 

alias Milena, Zeitzug, Augnerin 
Foto Bohdan Holomíček

 

 

Grenzgängerin

Vom Sekretariat über die Selbständigkeit hin zum Sein


Das Statische liegt mir fern wie Phrasen und jede Form von Wettbewerb. Lyrik, Prosa und Fotografie sind gestaltende Elemente in meiner Freizeit, um von einem anderen Ufer aus über den Alltag im Leben Stellung zu nehmen.

Wirtschaft verstehen, was es mit dem Zins, dem Kapital auf sich hat, die Rahmenbedingungen kennen. Mündig im Sinne von selbständig werden. Den Unterschied zwischen Notwendigem und Überflüssigem vor Augen. Lernen mit dem Einkommen gut auszukommen.

Hinter die Kulissen schauen, wer an welchen Fäden zieht und wie sich ein Ort ändert, wenn beispielsweise in den 70er Jahren in Spielberg für ein Wochenende der internationale Formel 1-Zirkus zwischen Kühen und viel grüner Wiese Station macht. Über den Tellerrand schauen, organisieren und improvisieren.

Marketing ist für mich die vermittelnde Stelle zwischen dem Markt, dem Kunden, dem Produkt-Hersteller und allen daran beteiligten Mitarbeitern. Sie hat für den Kommunikationsfluss in beiden Richtungen zu sorgen und vor allem dort tätig zu sein wenn es Beschwerden, Einwände gibt. Marketing ist kein dekoratives Schaufenster mit geschönten Bildern. Den Unterschied spüren, erfahren Sie, wenn sie die Webseite verlassen, in einem Hotel ankommen.

Worin liegt der Unterschied? Wenn das Erlebnis in etwa dem entspricht, was in Worten und Bildern präsentiert worden ist, dann ist es stimmig für den Gast. Ein ständiger Prozess, in dem vom angefangen beim Zimmermädchen, Techniker, Rezeption, dem Ambiente, bis zum Preis- Leistungsverhältnis alles ineinander verzahnt ist.

"Dies ist keine Welt der Bestätigung von Wahrheiten, sondern eine Welt der Widerlegung von Irrtümern. Aber es gibt die Welt, und es gibt auch die Wahrheit; nur Sicherheit über Welt und Wahrheit kann es nicht geben. Das ist kritischer Realismus." Karl R. Popper  

"Die Zukunft ist offen", Das Altenberger Gespräch, Wien 1983

Das Verhalten des Einzelnen, wie es sich in der Ansammlung von Herden aufschaukelt - seien es Sportveranstaltungen, Konzerte, Demonstrationen, hat mich zur Einzelgängerin gemacht. Situationsbedingt kann ich mich in eine Gemeinschaft, in ein Team einbringen doch ich brauche den Rückzug, jenen Freiraum, um fern von der Suggestionskraft des Milieus, nach- und vorauszudenken.

Neugierig und offen bleiben. Die eine oder andere Idee umzusetzen ohne mich von einem Verein etc. vereinnahmen zu lassen, beinahe tägliche Übungen auf dem Zeitzug.

„Gehet hin, seid belichtet und entwickelt euch" Christophorus Wrk

Milena Findeis, Meridian Czernowitz 2022
Meridian Czernowitz XIII, Foto: Maxym Kozmenko

Bedingt durch den Alltag in Prag, zwischen drei Sprachen wechseln. Das, was in jeder Sprache mitschwingt, die Unter- und Obertöne, Umgangssprache, das geschriebene Wort weiten den Horizont. Wenn sich in den Gedanken etwas verknotet hat, mit der Kamera Gassi gehen - um einen Blickwinkel zu finden, der den Knoten im Inneren löst.
Im digitalen Zeitalter, der ineinander verflochtenen, vielfach von Algorithmen gelenkten Netzwerke,  Annäherung an Rupert Riedls Morphologie und die Spurensuche nach den Urgroßeltern in Böhmen und Mähren. Angepasst an die Notwendigkeit des Augenblicks: – Einssein mit dem Leben und verantwortlich handeln: — die komfortable Konsumzone verlassen.

Seit 2010 fühle ich mich durch das Internationale Literarturfestival Meridian Czernowitz mit der Ukraine und den Menschen verbunden. In Tschechien, speziell in Prag, stellen die UkrainerInnen den größten Teil der hier lebenden AusländerInnen. Ende Augst 2022 mit Claus Löser und Jakobine Motz  im PKW nach Tscherniwizi zum Meridian Czernowitz XIII mitgefahren. Auf der Rückfahrt nach Prag erreichte mich ein Anruf aus der Steiermark, der mich von der Literatur zurück in den Alltag rief: für die Mutter in Zeltweg einen Umzug durchführen.



Arbeitnehmerin bei nachstehenden Gesellschaften und Unternehmen:

Österreichring (Spielberg, 1972 -1979)
Schmittenhöhenbahn AG (Zell am See, 1979 - 1984)
Österreich Werbung (Frankfurt: 1984 - 1990, Prag: 1991 - 2000)
Grandhotel Bohemia (Prag, 2001) - (Eine Frau der ersten Stunde Radio Prag, Bettina Schlener)
Hotel Josef & Maximilian Hotel (Prag, 2002 - 2012)
Seit 2008 Zeitzug Herausgeberin ("Sousede", Nachbarn, Radio Prag - August 2022, ab Minute 19.48 Uhr Gespräch von Jarmila Wankeová mit Milena Findeis, Český rozhlas Sever Hostem prvního srpnového vydání Sousedů je Milena Findeis, editorka literárního nekomerčního online sborníku Zeitzug, rakouská rodačka, která od začátku 90. let žije v Praze)

Fotografie: www.zeitzug.org 
Projekte: Augnerin, Balkonien

 Petr Tomaides wurde mit der Produktion des Videos "Zeitzug" beauftragt, es zeigt eine lokale Bahnstrecke in Prag, TRAT' 122

 

 

 

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