„Julita“

altErinnerungen

einer Ostmitteleuropa Korrespondentin

©Joana Radzyner*

 

 

Nach fast dreißig Jahren Berichterstattung aus Polen habe ich es jetzt schwarz auf weiß: Der polnische kommunistische Geheimdienst war mir schon seit Beginn meiner journalistischen Laufbahn auf den Fersen.

Ich hatte mich gefreut, als das Warschauer Außenministerium mir als Redakteurin des Nachrichtenmagazins „profil“, ein knappes Jahr nach Verhängung des Kriegsrechts, die Einreise nach Polen bewilligte. Wie aus dem Archivmaterial der "Sluzba Bezpieczenstwa", also der polnischen Geheimpolizei hervorgeht, das mir vor kurzem im polnischen „Institut des Nationalen Gedenkens“ ausgehändigt wurde, war man im Warschauer Innenministerium weniger begeistert. In einer internen Mitteilung an den Genossen Brigadegeneral Z.Sarewicz von der Abteilung II des polnischen Innenministeriums schreibt Oberst Magister B.Zych am 21.November 1982: “aus unseren Archiven geht hervor, dass die oben genannte engste Verbindungen zum Milieu der feindlichen polnischen Emigration im westlichen Ausland unterhält, darunter auch mit Verlagen, die den Schmuggel feindlicher Publikationen in unser Land organisieren. Joana Radzyner unterhält auch enge Kontakte zum oppositionellen politischen Untergrund“.

Am 27.November 1982  hatte ich bereits eine Aktennummer und ein nettes Pseudonym: „Julita“.  

Ursprünglich hatte ich gar nicht die Absicht gehabt, meine wissenschaftliche Laufbahn als Historikerin aufzugeben oder gar in den „Ostblock“ zu gehen. Schuld war meine Muttersprache. Auf Zureden meines Doktorvaters Univ.Prof. Gerald Stourzh dissertierte ich aufgrund meiner Polnischkenntnisse nicht über den Kalten Krieg, sondern über die polnischen Konservativen im österreichisch-ungarischen Galizien. Im Rahmen meiner Recherchen verbrachte ich das Jahr 1976 als Stipendiatin in den Archiven der Volksrepublik Polen und lernte dabei nicht nur den kommunistischen Alltag und die Willkür der kommunistischen Behörden kennen sondern auch den Abgrund zwischen erfahrener Wirklichkeit und Indoktrination durch die von allmächtigen Zensoren kontrollierten staatlichen Medien. Als im Herbst dieses Jahres in Reaktion auf  brutale Repressionen gegen streikende Industriearbeiter das Komitee zur Verteidigung der Arbeiter KOR entstand, wusste ich, dass die Jahre der politischen Resignation und Apathie in der Heimat meiner Eltern vorbei waren. Nur  zwei Jahre später gründeten junge Intellektuelle unter größten Gefahren regimekritische gesellschaftspolitische Untergrund- Zeitschriften wie die meinungsbildende „Krytyka“, in der auch ins polnisch übersetzte „verbotene Autoren“ wie der tschechoslowakische Intellektuelle Vaclav Havel erschienen. Ich erinnere mich an das allnächtliche Krächzen auf den Wellen der gestörten feindlichen Auslandssender „Radio Free Europe“ oder „Voice of America“, an die vielen jungen Unbekannten in dicken Anoraks, die Stapel maschine geschriebener Manuskripte oder aus dem Westen geschmuggelte Bücher aus der Wohnung meiner Freunde trugen  und unter größten Gefahren in illegale Druckereien brachten. Ich erinnere mich auch an die Verzweiflung einer Universitätsangestellten, die es nicht mehr ertragen konnte, dass ihr Mann „für die Sache” alltäglich die Existenz der  Familie riskierte während sie mit zwei Freundinnen in der Küche beschäftigt war, hatten die Männer  einen Offenen Brief an die Parteiführung verfasst.

Ich erinnere mich noch wie heute an einen Abend im Winter 1976. Mein Freund und spätere Ehemann rief aus Kairo an, wo er geschäftlich zu tun hatte. Wir sprachen französisch miteinander. Nach höchstens einer Minute  schaltete sich eine polnische Frauenstimme in das Gespräch ein: “Prosz? mówi? po polsku „ ,sagte sie, also „bitte sprechen Sie polnisch“. Auf mein erbostes: “mein Verlobter spricht kein Polnisch“! erwiderte die Stimme lakonisch, dass in diesem Fall das Gespräch abgebrochen werde. Und dann war die Leitung tot.  

Im Juni 1979, ich absolvierte ein einjähriges Forschungsstipendium in den USA, kam der Krakauer Erzbischof Karol Wojtyla als frisch gewählter Papst auf Besuch in die Heimat. Die riesigen Menschenmassen, die Johannes Paul II  willkommen hießen, wurden nur von den westlichen Fernsehanstalten gezeigt. Im polnischen Staatsfernsehen fielen diese Bilder der Zensur zum Opfer. Aber Wojtylas Worte  „Fürchtet Euch nicht!” und sein Gebet „Sende aus deinen Geist und erneuere das Angesicht dieser Erde“ hatten eine Lawine losgetreten.

Unter dem Druck landesweiter Streiks mussten Polens Machthaber im Sommer 1980 die erste freie Gewerkschaft im Ostblock  „Solidarnosc” anerkennen. Der schnauzbärtige Werftelektriker Lech Walesa, der das Regime in die Knie gezwungen hatte, stieg  über Nacht zum internationalen Medienstar auf, seine Heimat zum Hoffnungsträger der Demokratisierung im kommunistischen Osten.

Joana RadzynerMein  eigenes Polenabenteuer beginnt erst sechzehn Monate später. In Sorge um das von „antisozialistischen Kräften“ bedrohte Vaterland hat der Moskautreue Parteichef Wojciech Jaruzelski am 13. Dezember 1981 das Kriegsrecht ausgerufen und  sich in Generalsuniform an die Spitze einer Militärregierung gestellt. Rund 33000 Polen haben in Österreich Zuflucht gefunden. Für einige Freunde in Warschau beginnen nach Monaten in Internierungslagern lange Jahre der Verfolgung. Auf verschlungenen Wegen schicke ich Kaffee und große Mengen an Plastikbesteck nach Warschau. Metall ist im Gefängnis verboten. In Wien fehlt es an Übersetzern aus dem Polnischen und an Kennern der Verhältnisse in kommunistischen Staaten. Ich besuche regelmäßig das Flüchtlingslager Traiskirchen, helfe bei Amtswegen, springe bei einer Veranstaltung mit Vertretern der verbotenen Gewerkschaft „Solidarnosc“ für einen erkrankten Dolmetscher ein. Für „profil“ darf ich später  den Transport von rund einhundert polnischen Flüchtlingen aus dem heillos überfüllten Traiskirchen in die USA begleiten. Für die meisten ist es der allererste Flug. Alle sorgen sich wegen der großen Entfernung zur alten Heimat, alle fürchten sich vor der neuen Sprache, viele auch vor den „Schwarzen“, die man nur von der Kinoleinwand kenne. Unter dem Vorwand, in Warschau die Bibliographie zu meinem vor der Veröffentlichung stehenden Buch überprüfen zu müssen, bekomme ich kurze Zeit später ein Visum für Polen. Über diplomatische Kanäle gelangen die ersten Reportagen über den Alltag im Kriegsrecht und den zivilen Widerstand nach Wien. Obwohl sie unter einem Pseudonym erscheinen, will es der damalige Presseattaché der polnischen Botschaft in Wien Genosse Ryszard Nosek besser wissen. Aber „profil“- Chefredakteur Helmut Voska hält dicht.

Im Jahr 1987 setzte sich der in den polnischen diplomatischen Dienst eingeschleuste Geheimdienstfunktionär Nosek nach Deutschland ab. Ich arbeitete bereits seit vier Jahren im ORF.

Dass wir grundsätzlich als Staatsfeinde eingestuft wurden, war uns westlichen Korrespondenten freilich klar. Als Vermittler von Wirklichkeitsebenen, die von der Staatspropaganda systematisch unterdrückt oder geleugnet wurden, waren wir  zweifellos unbequem. Unfreiwillige Besuche auf Polizeikommissariaten gehörten deshalb genauso wie die brutale Entwendung von Filmmaterial oder die Verweigerung eines Einreisevisums zum Alltag. Es dauerte in der Regel auch nicht lange, bis Regime und Opposition wussten, welche Journalisten für sie von Interesse, sprich „verlässlich“  waren. Durch meine noch aus Studentenjahren stammenden Kontakte zu mittlerweile prominenten Mitgliedern der polnischen Bürgerrechtsbewegung gehörte ich bald zur Gruppe der verlässlichen Boten der „Solidarnosc“. An der Mission, die mir Anfang 1985 übertragen wurde, bin ich jedoch kläglich gescheitert. Mit Hilfe der österreichischen Regierung und der österreichischen Botschaft in Warschau sollte einem von der verbotenen „Solidarnosc“ versteckt gehaltenen sowjetischen Deserteur die Ausreise aus Polen ermöglicht werden. Der junge Mann war trotz häufig wechselnder Unterkünfte zum Sicherheitsproblem geworden. Die Antwort aus dem Wien der Ära nach Kreisky war negativ. Das neutrale Österreich wolle seine Beziehungen zur Sowjetunion nicht gefährden. Die Untergrundaktivisten der „Solidarnosc“ begannen verzweifelt nach weiteren Optionen zu suchen. Mich baten sie, als Korrespondentin des ORF dafür Sorge zu tragen, dass an dem Tag, wo es endlich gelingen würde, den jungen Russen aus dem Land zu schleusen, ein Interview mit ihm auf Sendung ginge .

Das Gespräch fand in einer kleinen Wohnung am Rande von Warschau statt. Dem angemieteten polnischen Kameramann, der wie alle Mitarbeiter ausländischer Journalisten an höherer Parteistelle  Bericht erstatten musste, wurde der junge Russe vorsichtshalber als Sprachstudent aus Leningrad vorgestellt. Wir  sprachen über Literatur und über seine Eindrücke von Polen. Das eigentliche  politische Interview nahmen wir erst Stunden später auf Tonband auf - in russischer Sprache und im Beisein eines eingeweihten Übersetzers.

Nach seiner Einberufung zum Militär im April 1981 wurde der Metallarbeiter Alexander aus einem kleinen Städtchen in der Nähe von Moskau in eine Sowjetische Garnison in Olava bei Wroclaw /Breslau abkommandiert. Aufgrund häufiger Kontakte mit den Einheimischen erkannte er bald, dass die vielen Gruselgeschichten über das polnische Brudervolk, das die Vorgesetzten den Soldaten erzählten, billige Propaganda waren. Im November 1981 nützte er einen kurzen Aufenthalt im Armeekrankenhaus zur Flucht. Einige Tage später tauchte er in sowjetischer Militäruniform  in einem  Büro der  „Solidarnosc“ in Wroclaw auf. Zunächst herrschte großes Misstrauen. Drei Jahre vergingen bis er es satt hatte, sich zu verstecken. Er träumte nur noch von einem Leben im freien Westen und von echten Levis.

Zwei Wochen nach unserem Gespräch  erhielt ich das lang erwartete Signal aus Warschau. Unser Deserteur werde in wenigen Stunden in den Westen ausgeflogen. Ich lief sofort zu meinen Vorgesetzten, erzählte die ganze Geschichte und bat um Sendezeit für  das Interview  mit dem Schützling der „Solidarnosc“. Die Antwort war „nein“. Der ORF wolle in diese politisch höchst sensible Sache nicht eingebunden werden, im Übrigen wolle man mich als Polen-Korrespondentin nicht verlieren. Verzweifelt rief ich einen befreundeten Kollegen von der „Arbeiterzeitung“  an und hatte Glück. Er schickte sofort einen Photographen auf den Küniglberg, der vom Bildschirm herunter eine Nahaufnahme des Deserteurs machte. Ich schickte per Fax die deutsche Übersetzung des Tonbandmitschnitts unseres Warschauer Interviews. Am nächsten Morgen war es in der Zeitung - als anonym zugespieltes Material aus Warschau. Meine Kollegen von der „Zeit im Bild” wollten den Sensationsbericht aber trotz aller Bemühungen nicht übernehmen. Das sei doch nur eine Zeitungsente, winkten sie ab. Als dann  ein Exklusivinterview mit dem inzwischen im Westen lebenden Ex-Deserteur Alexander L. im „Spiegel“ (nr.37/1985) erschien, atmete ich erleichtert auf.

Auf der Jagd nach Lech Walesa im Sommer 1985 lernte ich den späteren polnischen Außenminister und Europaabgeordneten Bronislaw Geremek  kennen.  Damals war der stille Historiker und Politstratege der „Solidarnosc“ noch kein Pfeifenraucher. Überall lagen rote Marlboroschachteln in seiner  mit Büchern voll gestopften Wohnung in der Warschauer Altstadt. Ich hatte auf gut Glück angeläutet, in der Hoffnung, dass er mir helfen würde, den Boss der verbotenen Gewerkschaft „Solidarnosc“ zu finden. Offiziell machte „Leszek“ Urlaub. Seinen Leuten hatte er aufgetragen, ihm die Journalisten vom Leib zu halten.

Als mir Geremek öffnete, übergab ich ihm wortlos ein Blatt Papier, auf dem mein Name und der Grund meines Besuches standen. Diese Art von „Kommunikation“ gehörte wie vieles andere zum Einmaleins der polnischen Opposition im Kampf um ihr politisches Überleben. Belustigt überflog der enge Berater des Arbeiterführers meinen Zettel, bat mich hinein und verschwand unvermittelt hinter einer weiteren Türe. Als er zurückkam, hielt er die neueste Nummer der „New York Review of  Books “ in der Hand und zeigte mit dem Finger auf die Rezension  meines Buches über die galizischen Konservativen im 19. Jahrhundert. „Sie?“ Als ich nickte, klopfte er mir auf die Schulter und kritzelte auf einer leeren Marlboroschachtel den Namen des Ortes hin, wo sich Lech Walesa vor der Welt versteckte. Wir fuhren sofort los. Am nächsten Tag stand ich nach endlosem Warten vor dem Haus der Schwiegereltern Walesas bei Wngrowo im Wald -und Seereichen Norden Polens einem krebsrot gebrannten, kleinen Mann in Badehose gegenüber, der mich wild gestikulierend zum Teufel schickte. Er sei eine Privatperson und verbitte sich jede Belästigung durch Journalisten… . Das konnte nicht sein. Tief beleidigt schleuderte ich ihm entgegen, dass enge Weggefährten  vom „Komitee zur Verteidigung der Arbeiter“ wie Adam Michnik und Jacek Kuron im Gefängnis saßen, während er sich hier amüsierte. Das wirkte. „OK, wir gehen morgen fischen zusammen“, sagte er plötzlich ganz ruhig und kehrte mir den Rücken.

Der hinter vorgehaltener Hand als launische Diva belächelte Arbeiterführer hielt diesmal Wort. In diskreter Entfernung  seines VW-Busses  standen am nächsten Morgen zwei unscheinbare Pkw: die „Bespieka“, der kommunistische Geheimdienst. Polens Staatsfeind Nummer eins hatte sich mit seiner Dauerbeschattung inzwischen arrangiert: „Fahrt doch vor! “, rief er den Funktionären in Zivil freundlich  zu, „Ihr kennt den Weg zum Waldsee  ja besser als ich!“ Und so fuhren wir los. Hinter uns der Geheimdienst, vor uns Walesa, vor Walesa wieder der Geheimdienst. Am See das versprochene Interview. Die „Betreuer“ haben sich diskret zurückgezogen und beobachten uns aus der Ferne. Walesa hat seine Angel ausgeworfen, aber zum Leidwesen unseres Kameramannes will nichts anbeißen. Die Ehrenrettung kommt von unserem Fahrer, an dessen Angel ein stattlicher Fisch hängt. In unserer Reportage war es Lech Walesa, der das Prachtexemplar aus dem Wasser zog. Eine kleine Manipulation, der ich das Privileg verdanke, bei Anfragen um ein Interview bis heute vorgereiht zu werden.

Unserem geschickten Fahrer gebührt im Übrigen auch der Dank dafür, dass das Interview mit der „Privatperson“ Walesa im Sommer 1985 nicht beschlagnahmt wurde. Als gelernter Pole wusste er, dass uns auf der Strecke nach Warschau die Miliz aufhalten würde, um uns mit fadenscheinigen Argumenten zur Herausgabe unseres Filmmaterials zu zwingen. Genauso kam es auch. Aber statt der bespielten Kassette lag längst ein leeres Band in der Kamera.

In eine knifflige Lage ganz anderer Art geriet ich im Winter 1988. Nach der allwöchentlichen, ausschließlich für die ausländischen Medienvertreter zugänglichen Pressekonferenz des Regierungssprechers Jerzy Urban überbrachte mir einer seiner Sekretäre eine Einladung zum Mittagsessen in das Ministerrastgebäude. Seit kurzem war als Folge des Tauziehens zwischen ideologischen Hardlinern und Reformern in der allein regierenden Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei der Chefredakteur der liberalsten politischen Wochenzeitschrift des Ostblocks Mieczyslaw Rakowski Ministerpräsident. Meinen Freunden von der Opposition kam die Einladung verdächtig vor, weshalb ich  wertvolle Ratschläge mit auf den Weg bekam.

Als ich nach allen Sicherheitskontrollen endlich in Jerzy Urbans eindrucksvollem, holzgetäfelten Arbeitszimmer  Platz genommen hatte, griff dieser zu einem der vielen Telefone auf seinem Schreibtisch. Wenig später rollte eine ältere Frau mit weißer Spitzenschürze einen Servierwagen hinein. Wie mir eingeschärft worden war, lehnte ich sowohl den Aperitif als auch Wein und Cognac dankend ab. Dabei gab sich der scharfzüngige Zyniker betont liebenswürdig  und charmant. Über meinen persönlichen Hintergrund hatte er sich offenbar informiert. Auf die Frage, ob ich noch keinen netten Polen getroffen habe, erwiderte ich mit der Gegenfrage, ob er mir denn bei der Suche nicht behilflich sein würde …  Alle beruflichen Fragen - er sei doch schließlich auch Journalist und wolle wissen , wie sich meine Arbeit in Polen gestalte , -  beantwortete ich mechanisch mit jeweils einem von drei Sätzen: ich sei leider nicht informiert, ich hätte keine Befugnis,  ich müsste zunächst meine Vorgesetzten in Wien informieren. Urbans  Angebot: der ORF könnte als einzige ausländische Fernsehanstalt Regierungschef Rakowski auf einer Tour durch Polen begleiten. Im Gegenzug werde nur „objektive“ Berichterstattung erwartet. Ich habe meine Vorgesetzten gar nicht kontaktiert. Warum hatte der schlaue Urban ausgerechnet den ORF zum Instrument einer politischen Werbekampagne auserkoren, wo doch bisher immer deutsche, britische, französische und amerikanische Medien Vorrang hatten? Davon abgesehen  hätte schon das kleinste Geschäft mit dem Regime zu einem Instrument der Erpressung werden können.

Ich habe mit Jerzy Urban in späteren Jahren noch öfter gesprochen. Da war er allerdings bereits begeisterter Demokrat, Eigentümer der bitterbösen satirischen Politwochenzeitschrift „NIE“, zu Deutsch „NEIN“, und Multimillionär.

Nach 1989 hat sich auch die Rolle des Auslandskorrespondenten in Ost- und Mittelosteuropa  verändert. Die Grenzen wurden durchlässiger, zahlreiche früher verfolgte Dissidenten saßen jetzt an den Hebeln der Macht  -  für uns  immer unerreichbarer. Zeitgleich nahm im Westen das Interesse an den Entwicklungen jenseits des niedergerissenen eisernen Vorhangs rapide ab. Themen wie Massenarbeitslosigkeit, Neue Armut oder die Mühen der Transformation fielen regelmäßig  tagesaktuellen innenpolitischen Berichten zum Opfer. Sicher, da war nach langen Jahren des Wartens im sicherheitspolitischen Niemandsland die Aufnahme der reformfreudigsten ehemaligen Ostblockstaaten in die NATO 1998. Da war sechs Jahre später die erste Osterweiterung der EU.  Freilich gab es da auch noch die Sonderentwicklung in der Tschechoslowakei, die nur drei Jahre nach dem Sieg der „Samtenen Revolution“ im November 1989  in zwei Staaten zerfiel. Die Trennung war von der kleineren Teilrepublik, der Slowakei, ausgegangen. Hier hatte sich in der bunten Bürgerrechtsbewegung „Öffentlichkeit gegen Gewalt“ ein selbstbewusster, rhetorisch gewandter Jurist aus dem mittelslowakischen Trencín durchgesetzt. In den Augen der meist bebrillten, meist bärtigen und meist urbanen intellektuellen Oppositionellen war dieser volkstümlich charmante und wendige Vladimir  Meciar ein idealer Kandidat  für die von ihnen verachtete innenpolitische Knochenarbeit. Ein  folgenschwerer Irrtum: Als Innenminister in der ersten demokratisch gewählten slowakischen Teilregierung fiel Meciar ein wichtiges Machtinstrument in den Schoß: die Archive des kommunistischen Geheimdienstes, durch die er sich die Herrschaft über hunderttausende erpressbare Seelen und Millionenschwere Betriebe sicherte. Mit berauschenden Sympathiewerten stieg der geborene Volkstribun zum Regierungschef auf. Als die alten Freunde begriffen hatten, dass ein Autokrat an der Macht war, und sie ihn stürzten, war es zu spät. Meciar gründete die „Bewegung für eine demokratische Slowakei“ und stellte sich an die Spitze der zunehmend starken nationalistischen Strömungen im Land.  Die Slowaken seien lange genug von den Tschechen unterdrückt worden, es sei Zeit für die staatliche Unabhängigkeit. Wenig später wurden zwischen ihm und seinem Prager Amtskollegen Vaclav Klaus die Modalitäten einer„sanften“ Trennung ausgehandelt - ohne Anhörung der Bevölkerung der Teilrepubliken.

Die dramatischen Entwicklungen in Österreichs unmittelbarer Nachbarschaft  sollten auch im Mittelpunkt einer ORF- Dokumentation stehen. Neben Regierungschef Meciar, der sich mir als Retter der slowakischen Nation vor Jahrhunderte langer Unterdrückung präsentierte, kamen  auch Vertreter der Opposition, Historiker und Journalisten zu Wort. Wir besuchten ein Städtchen, dessen Einwohner  nur zwei Wochen später entlang der neuen  Staatsgrenze leben würden, wir  besuchten Vertreter der ungarischen Minderheit, die  keinen Hehl aus ihren Ängsten vor einem slowakischen Nationalstaat machten, wir filmten in Roma-Siedlungen  und  im Heimatort Vladimír Meciars, wo noch seine rüstige Mutter lebte und sich über unseren Besuch freute. Sie sei stolz auf ihren Sohn, sagte sie mit Tränen in den Augen und erzählte begeistert von ihrer Jugend im „Slowakischen Staat“ - von Hitlers Gnaden. Auf ihrem  Hof prangte sein Symbol - das große, steinerne Doppelkreuz - zwischen gackernden Hühnern.

Nach der Ausstrahlung regnete es Kritik aus dem slowakischen Regierungslager. Der Grundtenor: die Dokumentation sei ein Sammelsurium von antislowakischen Gemeinheiten und eine politische Provokation gegen den „prominentesten Verteidiger der Demokratie in der Slowakei“, wie Regierungschef  Vladimír Meciar in einem Zeitungskommentar bezeichnet wurde. In einem offenen Brief forderte der Chefredakteur der Zeitung „Koridor“ eine „Entschuldigung des ORF für die Erniedrigung des slowakischen Volkes.”  Nicht genug damit, wurde ich vom slowakischen Staatsfernsehen in die Live- Diskussionssendung „Kroky“ eingeladen, um den von mir „erniedrigten“ Slowaken Rede und Antwort zu stehen. Ich nahm die Herausforderung an, aber eine faire Diskussion war es natürlich nicht, sondern meine öffentliche mediale Hinrichtung, wie eine britische Journalistin  im Verlauf der Sendung bemerkte.

Es dauerte noch weitere sechs Jahre, bis es der Opposition mit vereinten Kräften gelang, den zunehmend autokratisch regierenden  Meciar zu entmachten und die international isolierte Slowakei auf Europakurs zu bringen. Für meine Kollegen und mich brach nach dem Fall dieses Unberechenbaren   paradoxerweise eine schwierige Zeit an, die  Österreicher interessierten sich immer weniger für ihren Nachbarstaat. Alle Fernsehberichte aus Bratislava lösten einen regelrechten Abschaltreflex aus, wie  uns Medienforscher versicherten. Dabei fuhren die Wiener gerne nach Bratislava. Da waren nicht nur die Restaurants billiger sondern auch die Oper.        

Der unaufhaltsame Aufstieg der Freiheitlichen und die Amtsübernahme der schwarz-blauen Regierung im Februar 2000 hatten umgekehrte Folgen. Über Nacht rückte das benachbarte Tschechien in den Mittelpunkt des politischen Interesses. Durch Grenzblockaden und Demonstrationen hofften viele Österreicher, die Schließung des Atomkraftwerks Temelin in Südböhmen zu erzwingen. Unter Androhung eines österreichischen Vetos gegen Tschechiens EU-Beitritt wurde darüber hinaus auch  die  Aufhebung der so genannten „Beneš-Dekrete gefordert, auf deren Grundlage nach Ende des zweiten Weltkrieges drei Millionen Deutsche aus der Tschechoslowakei vertrieben wurden. Als ich aus Prag berichtete, dass die meisten Tschechen aufgrund ihrer Erfahrungen mit der Umweltverschmutzenden Braunkohle Befürworter der Atomkraft seien und in den „ Beneš –Dekreten eine „unabänderliche“ Folge des Hitlerdeutschen Überfalls auf die Tschechoslowakei sehen, erhielt ich böse Briefe mit anonymen Beschimpfungen wie „slawische Nestbeschmutzerin“ oder „verkappte Tschechin“.

Nach Tschechiens Aufnahme in die EU besann man sich in Wien eines besseren. Die kleineren EU- Mitgliedsländer, lautete die neue politische Devise, sollten fortan an einem gemeinsamen Strang ziehen, um sich gegen die Großen durchzusetzen. Unstimmigkeiten auf bilateraler Ebene wurden nach außen geflissentlich verschwiegen. Wäre da nicht der anhaltende Widerstand des selbsternannten „EU-Dissidenten“ Vaclav Klaus gegen den EU Reformvertrag von Lissabon gewesen, hätte Tschechien keinen „Infotainment“ - Wert mehr gehabt.

Die  Jubiläumsfeierlichkeiten zum „annum mirabilis“ 1989 sind vorbei. Die Wegbereiter und Akteure der revolutionären Umwälzungen in Ostmitteleuropa  müssen sich wieder mit dem Alltag abfinden. Nicht nur London, Paris, Berlin oder Wien hatten sich um sie gerissen. Die Prominentesten waren auf großer Europatour, um wieder und wieder zu erzählen, wie sie den Kommunismus zu Fall gebracht haben.

Jetzt folgt der Katzenjammer. In ihrer Heimat sind die früheren Helden seit langem  nicht mehr interessant. Hie und da drucken alte Bekannte noch einen Aufsatz, und hie und da sieht man den einen oder anderen zu später Stunde in einer Fernsehdiskussion. In Polen, wo die Anhänger des inzwischen in die Opposition gedrängten Rechtsnationalen Jaroslaw Kaczynski noch immer großen Einfluss in den öffentlich-rechtlichen Medien haben, kann öffentliches Schweigen  allerdings ein Segen sein. Spätestens seit der Schmutzkübelkampagne gegen den früheren Staatspräsidenten Lech Walesa muss auch jeder andere Gegner  Kaczynskis damit rechnen, dass ein Dutzend  sensationshungriger Junghistoriker vom Warschauer „Institut des Nationalen Gedenkens“ die Archive des früheren kommunistischen Geheimdienstes zu durchwühlen beginnen, um unliebsame Kritiker zu kompromittieren.

Jüngere Journalistenkollegen seien überhaupt oft überfordert, sagte mir Tschechiens Minister für Menschenrechte und Minderheiten und frühere Bürgerrechtskämpfer Michael Kocáb kürzlich in einem Interview: Der „erstbeste Halunke“ könne ihnen weismachen, „dass er ein großer Dissident“ gewesen sei.

Wenn ich meine alten Freunde in Warschau  besuche, wird genauso heiß diskutiert wie vor dreißig Jahren. Statt selbst gebranntem Wodka werden inzwischen aber edle Importweine kredenzt. Und statt allabendlichem „Feindsenderhören“ als Rettung vor der Indoktrination durch das monopolistische Staatsfernsehen wird zwischen einem dutzend polnischer Privat TV-Sendern gezappt. Aber das Leben in der Demokratie erfordere nicht weniger  Wachsamkeit als das Leben in der Diktatur, sind sie überzeugt. Trotz wachsender Auslandserfahrung vieler Polen, trotz sichtbarer Erfolge der EU als Erziehungsanstalt für so manchen heimischen Provinzpolitiker und trotz  des gelungenen Abwehrkampfes gegen  den „starken Staat“ der Brüder Kaczynski, sei die Nation gegen populistische Verlockungen noch lange nicht immun.

Meine Pressburger Freunde teilen diese Sorge. Der starke Mann der Slowakei Robert Fico werde im Westen sträflich unterschätzt. Tatkräftig von der ultrarechten Slowakischen Nationalpartei unterstützt, geißle er die Medien und schüre nationalen Hass.

In Prag sieht man die Dinge pragmatischer. Der beste Beweis: Gegen das  provisorisch eingesetzte  Beamtenkabinett des parteilosen Statistikers Jan Fischer hätten die Tschechen auch als Dauereinrichtung nichts einzuwenden. Dass er jüdisch ist, wäre nur in Warschau und Bratislava ein folgenschwerer Schönheitsfehler.

Meine Freunde in Warschau sind seit kommunistischen Zeiten mit meinen Freunden in Bratislava und in Prag befreundet. Im Rahmen der Konferenz „Forum Mitteleuropa“ in Bratislava im November 2009 saßen einige von ihnen gemeinsam mit dem früheren tschechoslowakischen und später tschechischen Präsidenten Vaclav Havel auf der Bühne des Pressburger Stadttheaters. Nach brandendem Applaus ging die Diskussion im Wirtshaus weiter.

Diese ausgelassenen, emotional aufgeladenen  Insidergespräche bei Bier und Zigarettenqualm hätte ich viel lieber aufgezeichnet als die offiziellen Diskussionsbeiträge zum Jahr 1989, denen einer meiner letzten Radiobeiträge gewidmet war.

In Wien präsentierten sich die Prioritäten ohnehin oft ganz anders. Was in Warschau oder Prag eine „heiße Geschichte“  ist, wird in Wien oft ganz anders eingeschätzt und nicht selten als „Insiderstory“ abgetan, auf Halde gelegt oder entsorgt. Noch schmerzlicher ist die Sprachbarriere: trotz Übersetzung kommt ein polnisch oder tschechisch sprechender Interviewpartner beim österreichischen Fernseh- und Radiopublikum nicht an. Die Folge: alle deutschsprachigen Fernseh- und Rundfunksender in Polen reißen sich um die wenigen deutschsprachigen Kommentatoren, die nicht automatisch auch die besten sind.

Am schwierigsten war für mich nicht die Übersetzung mitunter sogar heikler politischer Interviews ins Deutsche. Am schwierigsten war  die „Übersetzung“  kollektiver nationaler Gefühle, die zu den  stärksten  Triebfedern politischen Handelns und politischer Entscheidungen gehören. So war vielen Österreichern nicht klar, warum  Polens erster nicht kommunistischer Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki im Winter 1990 keine Chance hatte Arbeiterführer Lech Walesa im Kampf um die Präsidentschaft zu besiegen. Wer die polnische Amtskirche kannte, wusste, dass die Bischöfe dem katholischen Intellektuellen Mazowiecki misstrauten. Vom gottesfürchtigen einfachen Walesa hingegen hatte der Episkopat nichts zu befürchten. Damit auch die Massen der Gläubigen den richtigen Namen in der Wahlkabine ankreuzten, prangten eines Morgens Davidsterne auf den Plakaten Mazowieckis. Die öffentliche Präsentation seines Stammbaumes, der bis ins 15.Jahrhundert zurückreichte und nur katholische Vorfahren aufwies, hat dem Premierminister nicht geholfen.

Mit Unverständnis reagierte man in Wien auf Polens Beitritt zur so genannten „Koalition der Willigen“, die im Frühjahr 2003 an der Seite der Vereinigten Staaten gegen den Irak in den Krieg zog. Das ehemalige Ostblockland, das in Kürze der EU beitreten sollte, habe sich mit diesem Schritt  als „trojanisches Pferd“ entpuppt. Aus Warschauer Perspektive lagen die Dinge aber anders. Die besondere Freundschaft zu den Vereinigten Staaten war nicht erst mit der Aufnahme in die NATO 1998 ausgebrochen. Polnische Generäle kämpften schon im amerikanischen Unabhängigkeitskampf vor mehr als 200 Jahren an der Seite der Yankees. Und Millionen Polen, die nach dem Verlust ihres Nationalstaates im 19.Jahrhundert  und nach der Machtübernahme der Kommunisten 1945  aus der Heimat flohen, fanden in den USA zu jeder Zeit eine neue Heimat. Aufgrund Jahrhunderte langer traumatischer Erfahrungen als Spielball der mächtigen Nachbarn Russland und Deutschland herrscht seit 1989 überdies ein Partei- und ideologieübergreifender Konsens über die atlantische Ausrichtung der polnischen Sicherheitspolitik. Es war mir ein großes Anliegen, diese Sicht auch in Österreich nachvollziehbar zu machen und so entstand für das ORF-Weltjournal ein längerer Bericht über die historischen Hintergründe dieser Entscheidung.

Als Fernsehjournalist lernt man freilich auch vieles auszusparen - und dies nicht allein wegen der immer knapper werdenden Sendezeit für systematisch Quoten schädigende außenpolitische Berichte. So war es sicher richtig, dass nicht auf Sendung ging, wie vor Jahren ein Tross internationaler Spitzenpolitiker nach den ersten Schritten auf dem Areal des ehemaligen KZ Auschwitz auf Wunsch eines amerikanischen Kameramanns lachend umkehrte. Der Kollege wollte auch den berühmten Torbogen mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ im Bild haben. Auf eins, zwei, drei setzte sich die vom damaligen polnischen Präsidenten Walesa angeführte Gruppe mit schlagartig wieder verfinsterten Mienen ein zweites Mal in Bewegung. Auf Sendung wirkten alle sehr bewegt.

Inzwischen habe ich größere Bedenken, den Menschen vor den Bildschirmen  keimfreie zurecht gestutzte  „Meta-Wirklichkeiten“ zu servieren. Zu unserem Leidwesen haben aber auch Politiker inzwischen gelernt, mit Journalisten umzugehen. So verkommen Pressekonferenzen in Warschau, Bratislava oder Prag immer öfter zu einer Farce. Häufig sind Journalistenfragen gar nicht zugelassen, im besten Fall dürfen zwei bis drei Fragen gestellt werden, wenn sie allerdings schon vorher übermittelt und  angenommen wurden. Als ich diese Usance einmal durchbrach und dem tschechischen Präsidenten Klaus eine von seinem Sekretär als unerwünscht deklarierte Frage dennoch zu stellen wagte, ließ mich sein Blick wissen, dass ich alle Chancen auf ein künftiges Interview verwirkt hatte. Und meine Frage beantwortete er ironisch lächelnd nur mit einem kurzen, gelangweilten  „no comment“.

Meine drei „Sorgenkinder“, wie ich Polen, Tschechien und die Slowakei mit Augenzwinkern bezeichnete, gehören schon seit mehr als fünf Jahren zur EU-Familie und damit zum Club der Satten in Europa. Die Kinder meiner Freunde in Warschau, Prag und Bratislava führen ganz ähnliche Gespräche wie die Kinder meiner Freunde in Wien und teilen inzwischen auch die gleichen Sorgen. Sie lernen Englisch in der Schule, versuchen Stipendien nach Oxford, Cambridge oder Yale zu bekommen und wissen, dass es hart sein wird, einen Job zu bekommen. Über Skype  und „ facebook“  international vernetzt, können auch die Teens aus Ostmitteleuropa nicht mehr nachvollziehen, wie es in kommunistischen Tagen war.

* Dieser Beitrag wurde im Februar 2010 von Joana Radzyner für die Europäische Rundschau 2010/1 verfasst.

Die "Europäische Rundschau", gegründet 1973, ist "die vielleicht beste internationale Zeitschrift deutscher Sprache", so das angesehene deutsche Wochenblatt "Die Zeit". Diese überparteiliche und unabhängige Vierteljahreszeitschrift aus Wien kommentiert und dokumentiert die brisanten Themen Europas wie die großen wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Transformationsprozesses in den ehemals kommunistisch regierten Ländern Mittel- und Osteuropas, die Fragen der wirtschaftlichen Integration Europas und die explosiven Probleme der Minderheiten Südosteuropas. Darüber hinaus hat die Zeitschrift immer wieder groß angelegte Diskussionen über die heiklen Fragen der mitteleuropäischen und österreichischen Geschichte organisiert.