Peter Rychlo  (Czernowitz/Černivci)


Über dem Dorn

Singen über dem Dorn, Celan und CzernowitzPaul Celans traumatische Dichtung als Spiegelbild seines Schicksals

 

An einem späten Aprilabend 1970 spielte sich in Paris, auf der Brücke Pont Mirabeau, eine Tragödie ab, die, aller Wahrscheinlichkeit nach, keine Zeugen hatte, die aber, wie sich später herausstellen sollte, zu einem der traurigsten Daten in der Geschichte der deutschen Literatur des 20.Jahrhunderts wurde: an diesem Abend schied der 49jährige Paul Celan  durch Freitod aus dem Leben, – der Dichter, der unsere traditionellen Vorstellungen von der Lyrik grundlegend geändert hatte, indem er für sie neue, unbekannte Horizonte öffnete und eigentlich bereits in das dritte Jahrtausend hineinschaute. Seine Leiche wurde erst nach einigen Tagen aus der Seine herausgefischt, etwa zehn Kilometer von dem eisernen Geländer der verhängnisvollen Brücke entfernt, die zu seinem letzten Stützpunkt in der irdischen Welt wurde.
Pont Mirabeau gehört nicht, wie Notre Dame de Paris oder la Tour Eiffel, zu den markanten kulturellen und architektonischen Sehenswürdigkeiten der französischen Metropole. Es ist eine recht pragmatische Ingenieurkonstruktion der industriellen Epoche, deren Erbauer vor allem das Verkehrsproblem, also eine  technische Aufgabe zu lösen bestrebt waren. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sie der französische Lyriker Guillaume Apollinaire in einem seiner Gedichte besungen:


Sous le pont Mirabeau coule la Seine
Et nos amours
Faut-il qu’il m’en souvienne
La joie venait toujours après la peine

Vienne la nuit sonne l’heure
Les jours s’en vont je demeure

Unterm Pont Mirabeau fließt die Seine dahin
Unsere Liebe auch
Ist Erinnern Gewinn
Aus traurigem Sinn wird fröhlicher Sinn

Komm Dunkel Stunde eile
Die Tage gehen ich verweile
(Gerd Henninger)


Seinerzeit übersetzte Celan Apollinaires Gedichte, zweifellos kannte er auch diese Zeilen. Sind sie in seinem Gedächtnis aufgetaucht, als er sich der Seine übergab? 
Was ließ einen Dichter, der im Zenit seines dichterischen Ruhmes stand, einen Dichter, dessen äußere Lebensform als Beispiel von Stabilität und Erfolg gelten konnte, einen Dichter, der schon zu Lebzeiten zu den Klassikern der Moderne zugezählt wurde, der mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet wurde, unter denen sich die höchste Auszeichnung für einen deutschsprachigen Autor – der Georg Büchner-Preis – fand, Selbstmord begehen? Von einer schöpferischen Krise kann hier keine Rede sein – es gab bei Celan kaum eine Schweigensperiode, es fehlte ihm nie an dichterischer Inspiration, seine Bücher erschienen regelmäßig in renommierten Verlagen und wurden von der Literaturkritik besprochen. Er war fern von einem unausgeglichenen Leben, von Boheme-Gewohnheiten, von zweifelhaften öffentlichen Beziehungen – im Gegenteil, auch hier schaute es gut aus: die Ehe mit einer französischen Aristokratin, der Graphikerin Gisèle de Lestrange (die übrigens als die feinste Illustratorin seiner Gedichte gilt); akademische Laufbahn als Lektor für deutsche Literatur an der École Normale Supérieure – der berühmten pädagogischen Hochschule; ein schönes, gemütliches Domizil in Rue de Longchamp im vornehmen Trocadéro-Viertel... Was konnte ihn also an jenem Abend auf die Brücke Pont Mirabeau gejagt haben?
Diese Frage ist schwer zu beantworten. Auf die Frage nach Ursachen, muss man einige Jahrzehnte zurück gehen, in die Bukowina, nach Czernowitz, in der Zwischenkriegszeit, das damals zum Königtum Rumänien gehörte. Am 23. November 1920 wurde der erste und einzige Sohn Paul (Pessach) von Leo und Fritzi Antschel geboren. Das Geburtshaus in der damaligen Wassilkogasse (heute Saksahanskyj-Gasse), blieb, wie fast alle Häuser in Czernowitz, erhalten. In den Kinderjahren des Dichters sollten in dieser Gasse Kastanienbäume gestanden haben. Paul wurde von seiner Mutter, die er über alles liebte, sehr verwöhnt; doch die Wohnverhältnisse der Familie waren eng: bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr schlief er in einem Kinderbett im Elternzimmer. Die Reminiszenzen, die mit dieser idyllischen Kindheitsinsel verbunden sind, gab Celan in seinem Gedicht "Drüben" wieder, das in seinem visionären Impetus und in der Art der Versuchung an Goethes "Erlkönig" erinnert:

DRÜBEN
Erst jenseits der Kastanien ist die Welt.
Von dort kommt nachts ein Wind im Wolkenwagen
und irgendwer steht auf dahier…
Den will er über die Kastanien tragen:
„Bei mir ist Engelsüß und roter Fingerhut bei mir!
Erst jenseits der Kastanien ist die Welt.“

Dann zirp ich leise, wie es Heimchen tun:
dann halt ich ihn, dann muß er sich verwehren!
Ihm legt mein Ruf sich ums Gelenk!
Den Wind hör ich in vielen Nächten wiederkehren:
„Bei mir flammt Ferne, bei dir ist es eng…“
Dann zirp ich leise, wie es Heimchen tun.

Doch wenn die Nacht auch heut sich nicht erhellt,
und wiederkommt der Wind im Wolkenwagen:
„Bei mir ist Engelsüß und roter Fingerhut bei mir!“
Und will ihn über die Kastanien tragen –
dann halt, dann halt ich ihn nicht hier..
Erst jenseits der Kastanien ist die Welt.1

Zwischen diesen beiden Polen im Weltraum – dem Haus in der ehemaligen Wassilkogasse in Czernowitz und dem Pont Mirabeau in Paris – liegt Paul Celans Leben. Es umfasst mehrere topo- und biographischen Punkte – rumänisches Lyzeum in Czernowitz, medizinische Hochschule in der französischen Stadt Tours, rumänische und später auch sowjetische Universität seiner Heimatstadt, Arbeitsbataillon im rumänischen Altreich, Transit-Orte Bukarest und Wien in den ersten Nachkriegsjahren, schließlich Paris, wo er die zweite Hälfte seines Lebens verbrachte. Hinter jedem dieser Punkte steckt eine Lebenserfahrung, die in ein selbständiges Szenario entfaltet werden könnte. Welche Geschehnisse und Ereignisse dieser knapp umrissenen äußeren Biographie konnten den Dichter zum Freitod geführt haben?
Man muss sogleich hervorheben, dass zwischen ihren Zeilen oder auch außer ihrem Rahmen das Wichtigste blieb – das innere, psychologische Leben. Und einer der wichtigsten Faktoren war hier das nationale Element: Celans Judentum. Die Gestalt des biblischen Hiob, der zum Symbol unglaublicher physischer und moralischer Leiden, zugleich aber auch zum Sinnbild der göttlichen Auserwähltheit geworden ist, wurde nicht zufällig von den Juden geschaffen. Denn der Holocaust begann nicht mit Buchenwald und Dachau. So oder anders war er schon immer vorhanden – seit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch Nabucco und der Babylon-Gefangenschaft, seit der Vertreibung der Juden aus Spanien, den mittelalterlichen Ghettos und späteren Pogromen. Czernowitz war eine tolerante Stadt, als Verkörperung nationaler und religiöser Toleranz war es in beiden mächtigen Reichen – dem Österreichisch-Ungarischen sowie dem Russischen –  weit über ihre Grenzen bekannt. Es gab hier nie ernstzunehmende Konflikte auf der nationalen oder religiösen Grundlage, obwohl hier fast ein Dutzend verschiedener Ethnien zu Hause waren: Juden, Deutsche, Rumänen, Ukrainer, Polen, Magyaren, Armenier, Zigeuner u.a. So war es, bis die Welt aus den Fugen geriet. Nach dem Ersten Weltkrieg – also zur Zeit, in die Celans Kinderjahre fallen, – änderte sich die Situation grundsätzlich.
1934 schreibt der 13jährige Gymnasiast Paul Antschel einen Brief an seine Tante Minna nach Palästina, wo sich unter anderem auch folgende Passage findet: "Was Angelegenheit Zeugnis betrifft, ja, hm! ich bin der zweite, aber ... nicht der erste, wie es von Rechtswegen hätte sein sollen. Die Professoren, die Angehörigkeit zum jüdischem Zweig der semitischen Rasse und noch viele andere Hindernisse! Ja, was den Antisemitismus in unserer Schule betrifft, da könnte ich ein 300 Seiten starkes Buch darüber schreiben"2. Ende der dreißiger Jahren ging es soweit, dass die Juden auf den Czernowitzer Strassen von den Mitgliedern der faschistischen rumänischen Organisation "Eiserne Garde" schlicht verprügelt wurden.
Die Frage der nationalen Identität war für Celan immer problematisch. Er stammte aus einer assimilierten Familie, in der nicht jiddisch oder hebräisch, sondern deutsch gesprochen wurde. Sein Vater mit zionistischer Orientierung ließ Paul drei Jahre lang die hebräische Grundschule "Safa ivrija" besuchen. Die größere Autorität für Paul war immer die Mutter, die ein großes Interesse für die deutsche Kultur zeigte und ihren Sohn in der Liebe zur deutschen Sprache und Literatur erzog. Infolgedessen entwickelte sich beim jungen Celan eine skeptische, geradezu überhebliche Einstellung zu allem Jüdischen – religiösen Ritualen und volkstümlichen Traditionen, den zionistischen Ideen seines Vaters und dem in Czernowitz von jüdischen Handwerkern und Kleinhändlern gesprochenen Jiddisch. Zwar begeisterte er sich zuweilen von den herrlichen Fabeln des jiddischen Dichters Elieser Stejnbarg3 , doch mit größerer Hingabe las er Hölderlin und Heine, Rilke und Trakl. Am Anfang des Zweiten Weltkrieges, als die Muttersprache zur Mördersprache mutierte, als seine Eltern nach Transnistrien deportiert worden waren (so nannte die rumänisch-deutsche Kriegsverwaltung die durch die deutsche Armee eroberten Gebiete zwischen Dniester und dem Südlichen Bug), und als man sie in jenen Lagern wie Tausende anderer jüdischen Menschen brutal vernichtet hatte, – wurde es für ihn zu einem existenziellen Trauma, das er nie mehr vergessen oder verschmerzen konnte. Bereits in seinem Frühwerk nimmt die jüdische Problematik einen wichtigen Platz ein – denken wir hier an die berühmte "Todesfuge", die in seinem ersten, später wegen zahlreicher Druckfehler eingestampften Gedichtband "Der Sand aus den Urnen" (1948) publiziert und  zur  Visitenkarte des Dichters wurde. Mit der Zeit rückt dieses Thema ins Zentrum seiner dichterischen Tätigkeit, er beschäftigt sich damit immer wieder bis in die ontologischen und mystischen Tiefen. Man könnte sagen, Celans Judentum sei für ihn ein Kreuz gewesen, das er, leidend und sich unter ihm hinbeugend, sein ganzes Leben tragen musste. Er verneinte sein Judentum und war stolz darauf, er kämpfte dagegen und hob es auf den Schild. Der Tod der Eltern, insbesondere der über alles geliebten Mutter, löste seinen inneren Zwiespalt aufs Neue aus. Er erweckte bei ihm auch Zweifel, ob nach all dem, was geschehen war, Deutsch als ein poetisches Medium für ihn überhaupt noch in Frage käme. Diese Gespaltenheit tritt in seinen Muttergedichten besonders evident auf, z. B. in "Nähe der Gräber":

Kennt noch das Wasser des Südlichen Bug,
Mutter, die Welle, die Wunden dir schlug?

Weiß noch das Feld mit den Mühlen inmitten,
wie leise dein Herz deine Engel gelitten?

Kann keine der Espen mehr, keine der Weiden
den Kummer dir nehmen, den Trost dir bereiten?

Und steigt nicht der Gott mit dem knospenden Stab
den Hügel hinan und den Hügel hinab?

Und duldest du, Mutter, wie einst, ach, daheim, den leisen,
den deutschen, den schmerzlichen Reim?4

Je tiefer sich Celan mit dieser schmerzlichen Erfahrung konfrontierte, je weiter er sich als Dichter entwickelte, desto mehr näherte er sich der Bewusstwerdung seines traumatischen Judentums. Das Gedenken an die Ermordeten füllt seit den Kriegsjahren fast alle seine Gedichte aus. Es zeichnet seine dichterische Aussage bis ins Syntaktische und Morphologische – wie ein Brandmal. Drei Momente bestimmen seitdem Celans Werk, sein Leben und Schreiben, hebt sein Biograph Wolfgang Emmerich hervor: die kaum je nachlassende Trauer vor allem um die geliebte Mutter, die mit einem anhaltenden Schuldgefühl verbundene Frage an sich selbst, warum denn gerade er überlebt habe ("Überlebungsschuldsyndrom"), und schließlich eine zeitweise gelebte und immer wieder poetisch imaginierte Vereinigung mit allen Juden der Welt, den toten wie den lebendigen5.
Wie ein stilles, schlichtes, unpathetisches Requiem für alle Opfern der Shoa klingt sein Gedicht "Psalm" aus dem Band "Die Niemandsrose", in dem "Niemand" als Gott der negativen Theologie und der jüdischen Mystik erscheint, der sich von seinem Volk ("ein Nichts") entfernt hat und keine Hoffnung auf eine Wiedervereinigung mit ihm mehr zulässt:

PSALM
Niemand knetet uns wieder aus Erde und Lehm,
niemand bespricht unsern Staub.
Niemand.

Gelobt seist du, Niemand.
Dir zulieb wollen
wir blühen.
Dir entgegen.

Ein Nichts
waren wir sind wir, werden
wir bleiben, blühend:
die Nichts-, die
Niemandsrose.

Mit
dem Griffel seelenhell,
dem Staubfaden himmelswüst,
der Krone rot
vom Purpurwort, das wir sangen
über, o über
dem Dorn.6

Seinen Gedichtband "Die Niemandsrose" (1963) widmete Celan dem russischen Dichter Ossip Mandelstamm, einem assimilierten Juden, so wie er selber und einem der Gedichte dieses Bandes stellte er als Motto eine Zeile aus Marina Zwetajeva voran: "Все поэты жиды" ("Alle Dichter sind Juden"), während er seine nationale und poetische Absonderung von der Welt der "normalen" Leute und seine Solidarität mit den Erniedrigten und Getriebenen hervorhob. 1969, ein halbes Jahr vor seinem Freitod, besuchte er Israel, und seine kurze Ansprache vor dem Hebräischen Schriftstellerverband in Tel Aviv begann er mit den Worten: "Ich bin zu Ihnen nach Israel gekommen, weil ich das gebraucht habe. [...] Ich glaube einen Begriff zu haben von dem, was jüdische Einsamkeit sein kann"7 . Als in Adenauer-Deutschland sich wieder Neonazis zu aktivisieren begannen, litt Celan maßlos, obschon er in Paris lebte. Er, ein passionierter Zeitungsleser, konnte die deutsche Presse kaum zur Hand nehmen – seine beinahe einzige Informationsquelle, die ihn mit dem Volk verband, in dessen Sprache er schrieb. Die Unfähigkeit der Deutschen zu trauern bereitete war für ihn eine Qual. Das Unverständnis gegenüber seinen Gedichten und die Angriffe mancher Literaturkritiker brachten ihn aus der Fassung, insbesondere wenn es um die Versuche ging, den Holocaust zu verharmlosen oder zu bestreiten. Da spürt er Gefahr in der Luft  - und auf seiner Haut. Am 20. Februar 1960 berichtet er Nelly Sachs nach Stockholm: "Täglich kommt mir die Gemeinheit ins Haus, täglich, glauben Sie’s mir. Was steht uns Juden noch bevor?"8. Jede neonazistische Ausschreitung empfing er, als ob sie gegen ihn persönlich gerichtet war. Von Zeit zu Zeit  besuchte er Deutschland – denn dort waren seine Verlage, las er aus seinen Gedichte öffentlich. Dort in Deutschland wurde er – sonst offen, freundlich, entgegenkommend – "zwischen Metz und Saarbrücken" umgewandelt, er knöpfte sich alle Knöpfe zu, war verspannt, gereizt, als ob er jeden Moment einen tückischen Schlag erwartete. In seinem Buch "Orte Paul Celans" erzählt der deutsche Publizist Helmut Böttiger von einem Vorfall, dessen Zeuge der damalige Lektor des Fischer-Verlags Klaus Wagenbach war: in Frankfurt am Main angekommen, wollte Celan einen Blumenstrauß kaufen. Sobald beide in ein Blumengeschäft hineintraten, hörten sie, wie eine Verkäuferin zu der anderen sagte: "Ei guck mal, jetzt sieht man auch schon Juden"9. Man kann sich vorstellen, wie solch eine "Begrüßung" auf Celan wirkte. Die Verhältnisse in der Bundesrepublik der fünfziger Jahre waren für ihn "einfach nicht zu ertragen"10.
Spezialisten sprechen von der "sequentiellen Traumatisierung" in Celans Lebensgeschichte, die eine Reihe von nacheinander folgenden Erschütterungen aufweist. Der latente Antisemitismus in rumänischen Schulen, Gettoisierung der Familie von den rumänischen Komplizen der Nazis, der Zwang, den gelben Stern zu tragen, Razzien und nachfolgende Deportationen nach Transnistrien, die Ermordung der Eltern, das faschistische Arbeitslager im rumänischen Tabareşti, wo er fast zwei Jahre "schaufeln" musste, halbhungrige Existenz des Überlebenden in den Nachkriegsmetropolen Bukarest, Wien und Paris – das sind nur einzelne Stationen dieser Traumatisierung. Später, als er sein Dasein in der französischen Hauptstadt etwas stabilisieren konnte, gesellten sich Angriffe der Antisemiten neuerer Prägung, vor denen er eine panische Angst hatte – bis zum Verfolgungswahn. In diesem Sinne muss man auch die berüchtigte Claire Goll-Affäre verstehen, die Celan des Plagiats an Werken ihres Mannes, des deutsch-französischen Dichters Iwan Goll, bezichtigte11. Obwohl die Beschuldigungen Claire Golls reine Spinnerei mit antisemitischem Beigeschmack waren und nicht standhalten konnten, verkündete die energische Witwe ihre krankhaften Phantasien urbi et orbi,  sie bombadierte Zeitungs-  und Rundfunksredaktionen mit fingierten oder auch schlicht anonymen Briefen. Zweifellos war es eine furchtbare psychische Erschütterung für den mimosenhaft empfindlichen Celan, von der er sich nicht mehr erholen konnte. "Der zunehmend traumatisierte Mann, der keinen Ort außer der so problematischen deutschen Sprache seine Heimat mehr nennen kann, fühlt sich nun in seinem letzten Refugium noch attackiert. Auch da wird ihm sein Platz bestritten"12.
Doch solche Unterstellungen – bei all ihren verheerenden Folgen für Celan – sind sozusagen unpermanente Faktoren, in zeitlicher Hinsicht haben sie ihren Anfang und ihr Ende gehabt. Furchtbarer war Celans Einsamkeit, die sein Herz langsam, Tag für Tag und Jahr für Jahr verzehrte. Die Goll-Affäre zerstörte langjährige Freundschaften des Dichters, da die von Celan erhoffte Solidarität in den meisten Fällen ausblieb13. Immer öfter versinkt er in tiefe Depressionen, aus denen er selbständig nicht mehr herauskommen kann oder will – sie waren zum Teil seiner dichterischen Existenz geworden. Ein derartig exponierter Mensch, – behauptet Rolf Vogt, – braucht eine haltgebende und anerkennende Umgebung. Diese hat er in Deutschland nicht aus Abwehrgründen, in Frankreich nicht aus sprachlichen Gründen. Er ist und wird immer mehr ein heimatloser Fremdling"14. Mit der Zeit nehmen seine Melancholie und Nostalgie nach dem verlassenen Herkunftsland immer stärker zu:

SCHWARZ,
wie die Erinnerungswunde,
wühlen die Augen nach dir
in dem von Herzzähnen hell-
gebissenen Kronland, das unser Bett bleibt:

durch diesen Schacht musst du kommen –
du kommst. […] 15

Unter dem "von Herzzähnen hell-gebissenen Kronland" versteht man hier vor allem das ehemalige k. k. Herzogtum Bukowina, noch mehr aber ein verinnerlichtes geistiges Land, das nur in der Erinnerung wach bleibt. "Das Schwarz, – so Joseph P. Strelka, – bezieht sich nicht nur auf die Farbe der wühlenden Augen, sondern auch auf ihren Blick in die Erinnerungswunde, die selber schwarz ist und als tiefstes von Celan erfahrenes Leid, als denkbar schwärzeste Nacht der Seele, ihre Nahrung von der Erinnerung der Mutter, der Eltern, der jüdischen Stammesgenossen bezieht"16. Dieses imaginierte Kronland als erinnerte Heimat, in der das lyrische "Ich" noch immer zu Hause bleibt, gleicht einem tiefen Schacht, in den man endlos herunterfällt und keinen Boden findet.
Dies war auch der Ausdruck existenzieller Angst und Verlorenheit, die sich in seinem Herzen seit langem ein Nest bauten. In Paris als deutschsprachiger Dichter lebte Celan in spürbarer Isolation, er konnte dort kaum mit jemandem in seiner Muttersprache reden, abgesehen von seltenen Besuchen aus Deutschland oder Österreich. Seine sprachliche Isolierung hielt Celan aber für besonders günstig, um sich vor der Perversion der Sprache durch die Nazis und vor Eindringen sprachlicher Verzerrungen und Verstümmelungen, wie es im lebendigen Sprachverkehr nicht selten vorkommt, zu wehren. So erinnert sich der ungarische Schriftsteller aus Rumänien Janosz Szasz, der Celan einmal in Paris besuchte, dass er immer wieder betonte, "wie sehr seine sprachliche Isolierung der Ausarbeitung der dichterischen Sprache diene"17. Ist es verwunderlich, dass nach all diesen Zeichen psychologischer Unbehaglichkeit bei ihm schwere Depressionen entstehen, die seine Verschlossenheit und Weltfremdheit noch vertiefen? Die Ärzte werden ihm eine Elektroschock-Therapie verschreiben. Von 1962 bis Anfang 1969 verbringt Celan mehrere Wochen und Monate in psychiatrischen Anstalten. Von Juni bis November 1967 "wohnt" er in einer Pariser Klinik ("betreutes Wohnen"). Sein seelischer Zustand trübt sich in diesen Jahren immer mehr ein. Im Februar 1970 schreibt er an seine Freundin Ilana Shmueli nach Jerusalem: "Die Zerstörungen reichen bis in den Kern meiner Existenz […] Man hat mich zerheilt"18.
Als Celan Ende April 1970 plötzlich verschwand, dachten seine Frau und seine Freunde, er sei nach Prag gefahren. Prag war für Celan die Stadt seiner Sehnsucht. Seit seiner Jugend begeisterte er sich für Kafka. In Bukarest übersetzte er Kafkas Gleichnisse ins Rumänische, später wollte er seine Magisterarbeit über ihn schreiben. Celans Lyrik hielt sein Bukarester Förderer Alfred Margul-Sperber für "das einzige lyrische Pendant des Kafkaschen Werkes"19. Seine existenzielle Grundsituation geistiger Verbannung wiederholte die des Prager Sonderlings. Mehrmals äußert Celan in zahlreichen Briefen seine tiefste Enttäuschung von "diesem so goldenen Westen". So schreibt er am 30 Juli 1960, als die Goll-Affäre ihren Höhepunkt erreichte, an Alfred Margul-Sperber: "Ach, wissen Sie... Ich habe mich schon oft gefragt, ob ich nicht besser bei den Buchen meiner Heimat geblieben wäre..."20. Der österreichische Schriftsteller Hans Weigel meint, es sei daher überflüssig zu fragen, was die Ursache dieses Selbstmordes war, da die Antwort auf der Hand liegt: Exil21.
Celans Poetologie, seine ästhetischen Ansichten sind am überzeugendsten in den beiden Reden formuliert, die er anlässlich der Entgegennahme seiner Literaturpreise hielt. Aus ihnen geht hervor, dass sein ästhetisches Credo in der engsten Beziehung zu seiner Zeit und seiner Wirklichkeit bestand. Die Dichtung – wie die Kunst im allgemeinen – trägt für Celan das Zeichen des heutigen, ihr "Chronotop" heißt hier und jetzt: "Man kann, ich bin mir dessen durchaus bewußt, dieses Wort so oder so lesen, man kann verschiedene Akzente setzen: den Akut des Heutigen, den Gravis des Historischen – auch Literaturhistorischen –, den Zirkumflex – ein Dehnungszeichen – des Ewigen. Ich setze – mir bleibt keine andere Wahl –, ich setze den Akut"22 , – hob er in seiner Georg Büchner-Preisrede am 22.Oktober 1960 in Darmstadt hervor. Hier befasst sich Celan viel mit Büchners Erzählung "Lenz", die einen Tag, den 20. Jänner als jenes Datum angibt, an dem Lenz seine Wanderung begann. Für Celan bedeutete aber dieses Datum viel mehr, es ging ihm dabei um den 20.Jänner 1942. An diesem Tag war bei der so genannten Wannsee-Konferenz in der Berliner Vorstadt der Massenmord an den Juden strategisch durchgeplant worden. Dieses Datum ist daher für ihn von ungeheuerer Relevanz, es bedeutet einen nie wiederherstellbaren Bruch, das Ende humanistischer Illusionen. "Vielleicht darf man sagen, – entwickelt er seinen Gedanken, – dass jedem Gedicht sein "20.Jänner" eingeschrieben bleibt? Vielleicht ist das Neue an den Gedichten, die heute geschrieben werden, gerade dies: dass hier am deutlichsten versucht wird, solcher Daten eingedenk zu bleiben?"23.
Als man ihm vorgeworfen hatte, seine Gedichte seien "dunkel", "unverständlich", "hermetisch" und "kryptisch", antwortete er: "Lesen Sie! Immerzu lesen, das Verständnis kommt von selbst"24. Und in einem Brief an seinen Jugendfreund Erich Einhorn vom 23. Juni 1962 gesteht er: "Ich habe nie eine Zeile geschrieben, die nicht mit meiner Existenz zu tun hätte"25 . Dies könnte als Antwort an jene deutsche Kritiker gelten, die in Celans Gedichten nichts anderes als "kontrapunktische Exerzitien auf dem Notenpapier oder auf stummen Tasten – Augenmusik, optische Partituren" 26, als willkürliche, jeglicher Beziehung mit der Realität beraubte "Etüden und Fingerübungen"27 sahen (Hans Egon Holthusen, Curt Hohoff u. a.).
Er hat sich von der Zeitgeschichte, von seiner Gegenwart nie abgewandt. In seiner berühmten "Todesfuge" hat er die schmerzlichste Wunde der neueren Geschichte aufgerissen – das Thema der Barbarei und der Entartung des modernen und scheinbar zivilisierten Menschen zu einem bestialischen Monstrum, was niemand vor ihm in der Lyrik gewagt hat, was manche – wie der deutsche Philosoph Theodor Adorno mit seiner bekannten These über die Unmöglichkeit der Dichtung nach Auschwitz – sogar für barbarisch hielten. Er wollte für all diese grauenhaften Geschehnisse eine neue Sprache finden, eine zeitgemäße Sprache. Und er hat diese Sprache gefunden.
Der Wirklichkeitsbezug der "Todesfuge", die als ein kollektives, von den Opfern selbst gesprochenes Kaddisch (ein Totengebet um das Seelenheil der Verstorbenen) interpretiert werden kann, ist evident. Der Erstdruck des Gedichts in rumänischer Übersetzung Petre Solomons unter dem Titel "Todestango" in der Bukarester Zeitschrift "Contemporanul" vom 2. Mai 1947 wurde mit einer erläuternden Vorbemerkung begleitet: "Das Gedicht, dessen Übersetzung wir hier veröffentlichen, beruht auf der Beschwörung einer wahren Begebenheit. In Lublin wie in vielen anderen 'nazistischen Todeslagern' zwang man eine Gruppe von Verurteilten, wehmütige Lieder zu singen, während andere Gräber schaufelten"28. Und dennoch bietet dieses Gedicht mehr als eine in seinem Wahrheitsgehalt authentische Darstellung der Schrecken eines KZ-Lagers. Es ist zugleich "ein literaturbesessenes Gedicht, das eine durchgängige Zitatstruktur aufweist"29.
Bereits die berühmte Metapher "schwarze Milch der Frühe" findet sich in umgewandelter, variabler Form bei einigen Bukowiner Dichtern, die dieses Oxymoron in ihren Gedichten verwendeten (Isaac Schreyer, Alfred Margul-Sperber, Rose Ausländer). Es hat sich herausgestellt, dass ähnliche Bilder auch schon viel früher, bei Jean Paul, Arthur Rimbaud und Georg Trakl vorkommen, mehr noch, man trifft sie geradezu schon im Alten Testament. Das Bild wurde somit zu einer Wandermetapher. Es geht hier aber nicht um dieses eine Bild – die ganze "Todesfuge" wurde als ein durchaus intertextuelles Gedicht aufgefasst, in dem zahlreiche Reminiszenzen, Entlehnungen und Anspielungen literatur- und kulturhistorischer Art durchleuchten: Bachs "Kunst der Fuge", Goethes "Faust", Mörikes "Der Maler Nolten", Nietzsches "Also sprach Zarathustra", mittelalterliche Totentanzliteratur, Landsknechtlieder, graphische Todesdarstellungen Dürers, Todesallegorien der Barockliteratur usw.
Parallel zu der deutschen Kulturtradition entwickelt sich hier auch die jüdische, hauptsächlich alttestamentarische Überlieferung. Man kann hier Anklänge an den Psalm 137 nicht überhören: "An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten. Unsere Harfen hingen wir an die Weiden, die daselbst sind. Denn dort hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserem Heulen fröhlich sein: "Singet uns ein Lied von Zion! Wie sollten wir des Herrn Lied singen in fremden Landen?" (Psalter, 137, Vers. 1-4) Das antithetische Verhältnis von lebensbejahendem Weiß und lebensverneinendem Schwarz zeigen wiederum "Klagelieder Jeremias" auf: "Ihre jungen Männer waren reiner als Schnee, weißer als Milch, ihr Leib rosiger als Korallen, saphirblau ihre Adern. Schwärzer als Ruß sehen sie aus..." (Klagelieder Jeremias, 4, Vers. 7-8) Und im "Hohelied", das König Salomo zugeschrieben wird, erscheint Sulamith mit purpurfarbenem Haar. Bei Celan ist ihr Haar aschern geworden, und dieses einzige Epitheton zeigt, wie nah sein Gedicht, bei aller interkulturellen Dichte, an die Naziwirklichkeit rückt. 
In der "Todesfuge" bricht Celans Glauben an die deutsch-jüdische Symbiose, die von mehreren Generationen deutsch-jüdischer Dichter und Künstler gepflegt wurde. "Am Ende des Gedichts stehen die nicht mehr miteinander vermittelbaren Herkünfte, die deutsche und die jüdische, getrennt da. Das Gretchen Goethes, der noch aus dem "Hohelied" übersetzt hatte, und die zu Asche gewordene Sulamith bleiben unversöhnt"30.
Selbstverständlich ist die Rezeption der Celanschen Dichtung mit gewissen Schwierigkeiten verbunden, da sie jahrhundertlange dichterische Entwicklung in sich aufnahm, sie zu der Dichtheit kristallener Strukturen aufpresste, in Bilder transformierte, deren assoziative Verbindungen zuweilen kaum nachvollziehbar sind, und manchmal liegen sie in solchen suggestiven Tiefen, dass ihre poetischen Effekte sich nur einem hochintellektuellen, in der Literatur recht bewanderten Leser bei größter Konzentration und Gedankenspannung öffnen. Sie verlangen vom Leser aktive ästhetische Mitarbeit. Eine nicht unbeträchtliche Rolle spielt in Celans Gedichten die rhetorische Geste, die rhythmische Faszination, die den Leser bezaubern und hypnotisieren. Gerade diese bildliche und strukturelle Komplexität, Vielschichtigkeit, Elliptizität Celanscher Verse lenken auf sie die immer anwachsende Aufmerksamkeit der Literaturwissenschaftler. Man nennt diese Gedichte "Everesten der Hermeneutik", "Achttausender literarischer Exegeten". In den späten Gedichten Celans kann man nur selten kernmetaphorische Bilder finden – immer öfter greift er zur metaphorischen Entfaltung peripherer Wortsemantik, er sucht darin eine weite Perspektive, den zweiten oder den dritten Hintergrund, welche durch viele Schirmwände verstellt sind, die man erst wegschieben muss, um das tief Verborgene zu entblößen. Diese schwierigen Forderungen an sich selbst sowie an seinen potentiellen Leser äußert Celan besonders radikal in einem der Gedichte des Bandes "Fadensonnen":

KLEIDE DIE WORTHÖHLEN AUS
mit Panterhäuten, 

erweitere sie, fellhin und fellher,
sinnhin und sinnher,

gib ihnen Vorhöfe, Kammern, Klappen
und Wildnisse, parietal,

und lausch ihrem zweiten
und jeweils zweiten und zweiten
Ton.31

Im Vergleich mit den Gedichten aus den Bänden "Mohn und Gedächtnis" (1952) oder "Von Schwelle zu Schwelle" (1955) sind die späteren Gedichtsammlungen des Dichters, die teilweise schon nach seinem Tode erschienen sind, – "Sprachgitter" (1959) "Die Niemandsrose" (1963), "Fadensonnen" (1968), "Lichtzwang" (1970) und "Schneepart" (1971) – frei von wilder metaphorischer Vegetation neuromantischer und surrealistischer Prägung. "Die Metaphern sind völlig verschwunden, die Worte haben jede Verkleidung, Verhüllung abgelegt, kein Wort fliegt mehr dem anderen zu, berauscht ein anderes. Nach einer schmerzlichen Wendung, einer äußerst harten Überprüfung der Bezüge von Wort und Welt, kommt es zu neuen Definitionen"32, – so charakterisierte Ingeborg Bachmann Celans neue dichterische Methode in ihren Frankfurter Poetik-Vorlesungen. "Der blühende Garten des Surrealismus geht in den Steinbruch der Wortbrocken über"33, – stellt Helmut Böttiger fest. Solch eine Richtung gab Celan vor allem seine immanente dichterische Entwicklung, die manchmal unbewusst den Künstler an ein unbekanntes, von seinem Willen durchaus unabhängiges Ziel führen kann. Zweifellos spielten hier auch seine Resignation, Enttäuschung an seiner menschlichen Existenz ihre Rolle, die durch innere Traumatisierung verursacht waren. In solchen Fällen versucht diese Dichtung ihre irdischen Banden loszureißen, "jenseits von Gut und Böse" zu gelangen, um das Glück einer unbegrenzten, von niemandem mehr reglementierter Freiheit zu erfahren:

FADENSONNEN
über der grauschwarzen Ödnis.
Ein baum-
hoher Gedanke
greift sich den Lichtton: es sind 
noch Lieder zu singen jenseits
der Menschen.34

Aber sogar in solchen Fällen verlor das innere Auge Celans aus seinem Blickfeld nicht jene Tatsache, dass die dichterische Kunst weder absolut noch antihuman sein darf. Ihre Natur ist dialogisch, ihre Funktion besteht darin, die Brücken von Herz zu Herz zu schlagen. Diese These formulierte er seinerzeit noch in seiner Bremer Rede (1958), während er hervorhob, dass in allen seinen dichterischen Versuchen "die Frage nach dem Uhrzeigersinn mitspricht": "Denn das Gedicht ist nicht zeitlos. Gewiß, es erhebt einen Unendlichkeitsanspruch, es sucht, durch die Zeit hindurchzugreifen – durch sie hindurch, nicht über sie hinweg. – Das Gedicht kann, da es ja eine Erscheinungsform der Sprache und damit seinem Wesen nach dialogisch ist, eine Flaschenpost sein, aufgegeben in dem – gewiß nicht immer hoffnungsstarken – Glauben, sie könnte irgendwo und irgendwann an Land gespült werden, an Herzland vielleicht. Gedichte sind auch in dieser Weise unterwegs: sie halten auf etwas zu. – Worauf? Auf etwas Offenstehendes, Besetzbares, auf ein ansprechbares Du vielleicht, auf eine ansprechbare Wirklichkeit"35.
Solch einer Wirklichkeit wegen lebte und schrieb er, solange seine seelischen Kräfte ausreichten.

Petro Rychlo, Paul Celan Literaturzentrum

Seit 2010 findet in Czernowitz jeden September das internationale Literaturfestival "Meridian Czernowitz" statt, es ist Paul Celan gewidmet.

Literaturwissenschaftler und Übersetzer Petro Rychlo hält einen Votrag über das Schaffen des deutschsprachigen Dichters Paul Celan.

1 Paul Celan. Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band. Herausgegeben u. kommentiert von Barbara Wiedemann. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag, 2003, S.13.
2 Israel Chalfen. Paul Celan. Eine Biographie seiner Jugend. – Frankfurt a. M.: Suhrkamp Taschenbuch Verlag, 1983, S.51.
3 Israel Chalfen. Paul Celan, S.46-47.
4 Paul Celan. Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band, S.17.
5 Wolfgang Emmerich. Paul Celan. – Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1999, S.11.
6 Paul Celan. Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band. S.132-133. 
7 Paul Celan. Der Meridian und andere Prosa. – Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag, 1990, S.63.
8 Paul Celan – Nelly Sachs. Briefwechsel. Hrsg. von Barbara Wiedemann. – Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag, 1993, S.29.
9 Helmut Böttiger. Orte Paul Celans. – Wien: Paul Zsolnay Verlag, 1996, S.13.
10 Helmut Böttiger, Orte Paul Celans, S.14.
11 Ausführlicher dazu sieh in: Paul Celan – Die Goll-Affäre. Dokumente zu einer 'Infamie'. Zusammengestellt, herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann. – Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2000. – 926 S.
12 Rolf Vogt. Der Tod von Paul Celan. – In: Psyche. Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen. Hrsg. von Werner Bohleber. – 54.Jg., Heft 9/10 (September/Oktober) 2000, S. 1047 [Sonderheft "Trauma, Gewalt und kollektives Gedächtnis"]
13 Paul Celan – Die Goll-Affäre, S.839.
14 Rolf Vogt. Der Tod von Paul Celan, S.1048.
15 Paul Celan. Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band, S.191.
16 Joseph P. Strelka. Schwarz als Vorstufe der Erleuchtung bei Paul Celan. In: J. P. Strelka. Zwischen Wirklichkeit und Traum. Das Wesen des Österreichischen in der Literatur. – Tübingen; Basel: Francke, 1994, S.331.
17 Janosz Szasz. "Es ist nicht so einfach..." Erinnerungen an Paul Celan. Seiten aus einem amerikanischen Tagebuch. In: Hamacher Werner, Menninghaus Winfried. Paul Celan. – Frankfurt a. M.: Suhrkamp Taschenbuch Verlag, 1988, S.332.
18 Wolfgang Emmerich, Paul Celan, S.159.
19 Alfred Margul-Sperber. Brief an Otto Basil. In: Otto Basil und die Literatur um 1945. Tradition – Kontinuität – Neubeginn. Hg. von Volker Kaukoreit und Wendelin Schmidt-Dengler. – Wien: Paul Zsolnay Verlag, 1998, S.56 [Profile: Magazin des Österreichischen Literaturarchivs, 2/1998].
20 Paul Celan. Briefe an Alfred Margul-Sperber. – In: Neue Literatur (Bukarest) – 26. Jg., Heft 7, Juli 1975, S.56.
21 Hans Weigel. Paul Celan. In: H. Weigel. In Memoriam. – Graz: Styria, 1979, S.37.
22 Paul Celan. Der Meridian und andere Prosa, S.44.
23 Paul Celan. Der Meridian und andere Prosa, S.53.
24 Israel Chalfen. Paul Celan, S.7.
25 "Einhorn: du weißt um die Steine...": Paul Celan – Erich Einhorn. Briefwechsel. Herausgegeben und kommentiert von Marina Dmitrieva-Einhorn. – Berlin: Friedenauer Presse, 2001, S.6.
26 John Felstiner. Paul Celan. Eine Biographie / Deutsch von Holger Fliessbach. – München: Verlag C.H.Beck,1997, S.198.
27 John Felstiner. Paul Celan, S.106. 28 John Felstiner. Paul Celan, S.56
29 Wolfgang Emmerich. Paul Celan, S.51.
30 Wolfgang Emmerich. Paul Celan, S.55.
31 Paul Celan. Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band, S.252.
32 Zit. nach: Helmut Böttiger, Orte Paul Celans, S.99-100.
33 Helmut Böttiger, Orte Paul Celans, S.20.
34 Paul Celan. Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band, S.179.
35 Paul Celan. Der Meridian und andere Prosa, S.38-39.

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15.11.2019 Freude unmittelbar: Das Kind erklimmt den Kopf der Skulptur und lauscht den Geschichten der Bäume. Sein inneres Strahlen hat mich gewärmt - mitten im November.

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