Zeitzug: Literarische Online Sammlung

Milena FindeisRenate Findeis

alias Milena, zeitzug
Zeitzug Herausgeberin
AUGnerin, PhotoPoet
Zuhause im Unterwegssein
Amtlich gemeldet in Prag mit einem österreichischen Reisepass

CV Renate Findeis
E-Mail: milena @ zeitzug.com
Twitter: zeitzug



Zum Foto: Ich war bei einer Veranstaltung, da sprach mich ein sechsjähriger Junge an und bat mich, ihm meine Kamera zu leihen. Ich tat's und dabei entstand dieses Foto.

 

Zeitzug: Inhalt, Struktur

Als ich den Zeitzug 2008 angelegt habe, war nicht absehbar, dass es zu so vielen unterschiedlichen Beiträgen kommen wird. Es begann mit Beiträgen von Igor Pomerantsev, dem in russischer Sprache schreibenden Dichter, Journalisten, Produzent von russischen Radio-Kultur-Sendungen, um einen Teil seines umfangreichen Werkes in deutscher und englischer Sprache erstmals zu publizieren.

Milena Findeis, Igor Pomerantsev Foto  Julia Calfee
Milena Findeis, Igor Pomerantsev anlässslich des Prague Writers' Festival 2009, Foto Julia Calfee

Im Rahmen des Prague Writers' Festival, dank Michael March, kam es zu Begegnungen mit Autoren aus der ganzen Welt.
Es folgte eine erste Reise nach Czernowitz, denen weitere folgten. So entwickelte sich der Zeitzug langsam als Gemeinschaftswiese für Lesende mit Orignalmanuskripten von Rupert RiedlHans F. KrebsHana AndronikovaPeter Rychlo, ... - viele unveröffentlichte Manuskripte stappeln sich auf meinem Schreibtisch. Beispielsweise über den Schriftsteller Thomas Josef Wehlim, den ich zweimal in Leipzig besucht habe, den amerikanischen Dichter Michael McLure, eine Reise ins Herz von Ankara, um einige zu nennen.

Der Zeitzug wurde 2014, 2015, 2016 mehrmals lahmgelegt, gehackt, angegriffen: die Beiträge aus der Ukraine, stellten sich als Grund hierfür heraus. Mit Hilfe eines technisch versierten Fachmannes wurde der Zeitzug abgesichert. 2017 wurden die Abteile neu gestaltet, im Jänner 2018 an der inneren Struktur gearbeitet, an der Optik gefeilt. Für Fotostrecken wurde beim Umbau ein seperates Abteil unter zeitzug.org angelegt. Das Tagesrandbild, fixer Bestandteil von Beginn an und dessen umfangreichcer Inhalt nach dem ersten Hack verloren ging, wurde  in neuer angelegt, ein zusätzlicher Abteil "Zwischen (W)Orte"angelegt.

Zeitintensiv ist das tägliche Lernen im Umgang mit diversen Systemen. Die verwendeten Programme erneuern sich in kürzer werdenden Abständen. Diese Form der digitalen Arbeit ist neu für mich. Während meiner jahrzehntelangen Tätigkeit  bei verschieden internationalen Unternehmen in Österreich, Deutschland und Tschechien arbeitete ich eng mit internen und externen Teams zusammen, da war immer jemand in der Nähe meines Schreibtisches, den ich um Hilfe bitten konnte; jetzt bin ich weitgehend auf mich alleine gestellt um Foto- und Textbeiträge auf den Zeitzug zu setzen.

Über milena @ zeitzug.com bin ich erreichbar, für den Fall, dass Sie mir schreiben wollen. 

 

ZeitZug - TimeTrain

Das bei Petr Tomaides in Auftag gegebene Video zeigt eine Fahrt mit einer Lokalbahn in Prag gemeinsam mit dem russischen Dichter Igor Pomerantsev.

 

2007 als ich die Domäne Zeitzug registrierte, wußte ich nicht, dass der Dichter und Schriftsteller Franz Werfel (* 10.9.1890 Prag, † 26.8.1945 in Beverly Hills) eines seiner Gedichte dem Zeitzug gewidmet hat. So wirken Vergangenes und Zukünftiges hinein in Gegenwärtiges.

Auf Alten Stationen At Old Railways Stations

Auf den kleinen alten Stationen,
Die mein eigner Zug schon längst verlassen,
Ahn ich das Gedränge von Personen,
Die am Bahntrakt auf die Abfahrt passen.

Und ich möchte fast mich überheben
Über sie, die warten am Geleise,
Dass ich schon so weit auf meiner Reise
Vorgedrungen bin im Rüttel-Leben,

Dass ich kenne Brücken und Tunnelle,
Meer- und See- und Fels- und Stadtkulissen,
Dass mir gellen Aug und Ohr von Wissen,
Jenen unbekannt an ihrer Stelle,

Dass sie werden noch im Zeit-Zug sitzen,
Stumpf am Fenster schauend Funkenspiele
Und der tragischen Signale Blitzen,
Wenn ich ausgestiegen längst am Ziele.

Franz Werfel

At these old whistle-stop stations,
Which my own train left long ago,
I fear for the people pushing, watching
For their departure on that stretch of track.

And I would almost love to preen
Above them waiting on the platform,
For I am already far into my journey,
Well along into this rattlebox life,

For I know the bridges and tunnels,
The sea-, lake-, rock-, and cityscapes,
My eyes and ears scream from knowing
To those unknowns in their seats,

For they will still sit down in the time train,
Bored by the window, watching the sparks fly
And the tragic flashes of the signals,
Long after I got off at the destination.

Franz Werfel translated by James Reidel

Tagesrandbild

Lichtstreifen

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