Im Wandel liegt Dauer — nach dem Beginnen, vor dem Ende.
Das Auge macht das Bild, die Kamera ist das Werkzeug.
Das Leben wirkt - Buchstaben, Wörter, Sätze erzählen davon im nachhinein.
Sie reihen sich aneinander: Tage mit und ohne Rand.

Milena Findeis, Augnerin

31.5.2020 Über den Äther, nachhörend, die Meldung vom Tod des Dichters Alfred Kolleritsch. Lesereflex. Die Gedichtbände "Es gibt den ungeheuren ANDEREN", "Gegenwege", "Zwei Wege, mehr nicht" — sind mit mir.

29.5.2020 Vor uns stehen die Alternativen, nie hinter uns. Reinhard P. Gruber, Anders Denken,  Droschl Verlag

22.5.2020 Morgenstunde auf der Karlsbrücke. Figuren am Rande, Türme, Kuppeln, Tauben, Jogger, Arbeiter. Ein andächtig Schauender verlangsamt den Gang. 

20.5.2020 „Für Marina Zwetajewa/ Wir rühren uns. Womit? Mit Flügelschlägen,/ mit fernen selber rühren wir uns an./ Ein Dichter einzig lebt, und dann und wann/ Kommt der ihn trägt, dem, der ihn trug, entgegen./ Rainer Maria Rilke.“ 

19.5.2020 Das Finden, stellt sich ein - nach der ausufernden Suche. In den eigenen Schatten hineintreten lässt Wunden heilen.

15.5.2020 Ein Wrack am Wegesrand. Noch trägt es ein Nummernschild. Es wurde aussortiert. Ist angerostet. Hat ausgedient. Es wird abgeholt, trocken gelegt, verschrottet.

10.5.2020 Rauschen der Blätter, ein grünes Meer. Nach dem Gewitter die Luft erfüllt von Gerüchen, die Erde dampft. Eine Frau hoch zu Ross ruft "das Pferd hat Angst", der Pfad ist schmal.

4.5.2020 Von der Phantasie an die Wand gemalt, dort sind die Grenzen offen und maskenfrei wie die aus dem Bach perlenden Fugen. Heute, ohne Covid-19, hätte der Railjet zwischen Wien-Prag-Berlin seinen Betrieb aufgenommen.

30.4.2020 "Die einfachen, vertrauten Worte in einer Sprache, die er jahrelang nicht mehr gesprochen hatte, benetzten ihn wie kaltes Wasser." Aharon Appelfeld, Zeit der Wunder, S. 160

28.4.2020 "Bleib lebensfroh", fand ich in einem Brieflein. Blickte auf und sah dem Sturzflug der Meise zu: geübt landete sie weich auf den Zweigen des Tannenbaums.

Tagesrandbild

Brückensonntag

31.5.2020 Über den Äther, nachhörend, die Meldung vom Tod des Dichters Alfred Kolleritsch. Lesereflex. Die Gedichtbände "Es gibt den ungeheuren ANDEREN", "Gegenwege", "Zwei Wege, mehr nicht" — sind mit mir.

Zwischen (W) Orte

Zuversicht

"Es war ein schöner Tag, es erfrischt, siebzig geworden zu sein." D. —
Das Leben ist Seinsgrund, gerade jetzt.