Im Wandel liegt Dauer — nach dem Beginnen, vor dem Ende.
Das Auge macht das Bild, die Kamera ist das Werkzeug.
Das Leben wirkt - Buchstaben, Wörter, Sätze erzählen davon im nachhinein.
Sie reihen sich aneinander: Tage mit und ohne Rand.

Milena Findeis, Augnerin

25.10.2019 Das vor mir gehende Kind weckt in mir das Herbstbild: Kreislauf von Jahreszeiten, in Jahrzehnten gedacht, ortsungebunden - dem langsamen Vergehen näher gerückt.

20.10.2019 Leserinnen, Leser die - Bücher lesen - nicht auszugsweise, sondern erfassend, halten der Meinungsmache der Sklaven der "veröffentlichten Meinung", den mit Deutungen unterlegten Sprechblasen in Nachrichtendiensten stand. Darin liegt Hoffnung.

18.10.2019 Einen anderen Blick einüben. Schicht für Schicht. Vom Äußeren ins Innere. Festgeschriebene Worte, die Wandlung der Begriffe im Zeitfenster betrachtet. Verhärtete Krusten abarbeiten, durch den Schmerz hindurch - bis sie wieder spürbar ist: die wärmende Zugeneigtheit.

12.10.2019 Splitter an der Wand reflektieren die Gegenseite. Das Wahrnehmen über die innere Linse, die das aufnimmt was dem Muster der vorhandenen Erkenntnis entspricht. Eine neue Sichtweise mit einem offenen Blick finden.

11.10.2019 Eingeengt, einen Durchblick finden. Beides ist eine ins Bild gesetzte Annahme: Enge und Blick. Wegschauen? Hinschauen? Durchschauen?

9.10.2019  Jsou krajiny, kde děti ješte vlakům mávají. / Vždycky jsme malinko smutní / na malých nádražích / kde nikdo nečeká. / Najednou máme bílou duší z bezu, / najednou je v nás příliš z člověka. Jan Skácel

Wien-Mokka

1.10.2019 Burgtheater: Faust-Premiere enttäuschend, Porgy & Bess: Matinee Mimikry berührend, danach den Gesprächen auf der Straße gelauscht, Wahlsonntag. In Lieblings-Cafés Freunde getroffen, sie ist lebendig geblieben - Wiens Kaffeehauskultur: großer Mokka kurz, internationale Zeitungen.

Lichtbündel

23.9.2019 Montags beim Aufwachen die Lichtwellen der Liebe so bündeln, dass ich mich nicht mehr ängstige vor den Nadelstichen des Hasses.

15.9.2019 Nebelfestspiele: das Graudicht schluckt Farben und Geräusche, setzt sich an den Fersen fest, gemahnt an die Asche der frisch Verstorbenen. Im Septemberlicht leuchten die kürzer werdende Tage: Erntedank

2.9.2019 Die Rolle der Zuhörerin: der erzählenden Gästin Raum zu schaffen, sich selber zu entfalten - fern von allen Ratschlägen, Wegweisern und Vorsätzen. Das Aufbrechen beginnt mit dem ersten Schritt, jetzt.

Tagesrandbild

Unbesetzt

11.1.2020 Verjährung. Stühle bleiben zunehmend unbesetzt. Zurück, das streckt sich in die Länge, nach vorne verkürzt sich mit jedem Geburtstag.

Zwischen (W) Orte

Ohne Vor- und Gegensatz

In Wurzeln und Knospen gewärtig sein