Im Wandel liegt Dauer — nach dem Beginnen, vor dem Ende.
Das Auge macht das Bild, die Kamera ist das Werkzeug.
Das Leben wirkt - Buchstaben, Wörter, Sätze erzählen davon im nachhinein.
Sie reihen sich aneinander: Tage mit und ohne Rand.

Milena Findeis, Augnerin

24.12.2019 Verbunden und getrennt durch die Geburt. Eng miteinander verschmolzen Schmerz, weggefegt von der Freude. Das lebendige Licht schauen, die Liebe spüren. Danke Kind.

20.12.2019 Acht Jahre: Schmerz hat sich in beinahe jede Erinnerung gelegt. In Dir ist beim Abschied die Freude aufgeflammt. Dieses Licht hineinlassen in die Gegenwart: ich werde es lernen, finden, erfinden. Danke Hana.

17.12.2019 Auf dem Weg zum Hauptpostamt um Briefe aufzugeben sehe ich vor den Wechselstuben Menschenschlangen: sie alle wollen Geld wechseln. Schaue in ungeduldige Gesichter und der Blick schwenkt hin zu einer Auslage: Sonderangebot. Rückzug in die Stille des Waldes.

12.12.2019 In welchen Fenstern brennt Licht? Den Lauf der Sonne betrachten, ihr Gang, morgens und abends - ein Trugbild der sich drehenden Erdkugel. Welche Wahrnehmung wird schneller weggedrückt: das Erinnern oder das Vergessen?

10.12.2019 In der Dämmerung ähnelt das Weidenblatt einer Vogelfeder. Im Kalender-Dezemberblatt fehlen Einträge: die Tinte ist eingetocknet, die Feder kratzt. 

7.12.2019 Laut Kalender: zweites Adventwochenende. Im Garten knospen Rosen, der Goldregen blüht. Mittags an windgeschützter Stelle ein Bad in der Sonne, kurzärmlig (Gartenstadt, Prag).

4.12.2019 Darüber treibt uns der Schwung, wie das Gefäll ihn leiht ... Nichtmal zur Spiegelung bleibt uns Zeit. Na druhou stranu prýč spád žene nás ... Ani se zrcadlit nemáme čas. Rainer Maria Rilke

1.12.2019 Advent, das Warten auf die Ankunft. Es erinnert mich an die Wartezeit vor der Geburt, an das Nicht-Vorhersehbare und das in mir wachsende Vertrauen, dass sich ein Weg finden wird.

24.11.2019 Durch äußere Umstände gezwungen trete ich eine Reise an. Gehe alle Reihen ab, jedes der Gesichter erinnert mich an eine Begebenheit. Alle Plätze sind von der Vergangenheit besetzt. Halt finde ich stehend in der Gegenwart.

displaced

22.11.2019 Wenn in den Schaufenstern Weihnachten angeboten und  verkauft wird zieht es mich zu den Plätzen, wo jene sind, deren Los anders ist: obdachlos.

Tagesrandbild

Stille Woche

6.4.2020 Ver-setztes Zeitempfinden. Die letzten Tagen, Wochen - schnell verflogen, innen - während sich draußen vieles verlangsamt hat. Zu Beginn der "Stillen Woche",  die Informationskanäle abschalten, innehalten. 

Zwischen (W) Orte

Paradigma

Das Wechselspiel zwischen Automatikmodus und der bewussten Wahl zwischen den Möglichkeiten