Die Unverhältnismäßigkeit in der Beziehung zwischen der Bank und dem Kunden

Es war Anfang Oktober als ich auf meinem E-Konto eine Nachricht fand. Änderungen für das Jahr 2020. Dabei wurde auch hingewiesen, dass zukünftig monatliche Kosten für die Kreditkarte anfallen. Das nahm ich zum Anlass um am 24.10. Oktober die Filiale der Raiffeisenbank in Prag 10 aufzusuchen. Ich übergab die Kreditkarte der Sachbearbeiterin und bat den diesbezüglichen Vertrag zum schnellstmöglichken Zeitpunkt aufzulösen. Schon ein Jahr zuvor hatte ich die Bank gebeten, die mir pro Monat zugewiesenen Höchstbetrag zu reduzieren. Sie wollen einen niedrigeren Kreditrahmen? Das ist ungewöhnlich und der Sachbearbeiter musste sich erst kundig machen, wie das durchzuführen sei. Ich kündigte meine Kreditkarte, weil ich beim Nachdenken feststellte: als Rentnerin brauche ich sie nicht mehr. Das Protokoll hierfür wurde am 24. Oktober 2019 von der Bank Mitarbeiterin angefertigt, die Kreditkarte vor meinen Augen zerschnitten.

Einschub, Hintergrundinformation: Ich zahle eine monatliche Gebühr für mein E-Konto, das ein Konto für Tschechische Kronen CZK und eines für Euro beinhaltet. Das letztere benötigte ich für die Pension aus Österreich, die mir monatlich in Euros überwiesen wird. Eine Überweisung auf das Euro Konto ist per Monat kostenlos, für jede weitere ist eine Gebühr von rund 8 Euro zu zahlen - manchmal ein wenig mehr, ein anderes Mal ein wenig weniger. Ich vermute es hängt vom aktuellen Umrechnungskurs ab. Ich stellte fest, wenn ich online direkt vom Euro Konto auf das Kronenkonto Überweisungen tätige bekomme ich im Vergleich zu Wechselstuben einen für mich ungünstigeren Kurs und habe darüber hinaus an die Bank eine 2,5 %ige Provisionsgebühr zu entrichten. Für das auf dem Girokonto gelagerte Geld erhalte ich keine Zinsen, im Falle einer Überziehung werden mir 19 % Gebühren verrechnet. Also berechne ich mir jedes Monat, wieviel an Kronen für das Girokonto einzuzahlen sind. Die Rennerei erspart mir im Monat ungefähr 1000 Kronen bzw. 40 Euros, für mich als Rentnerin verhältnismäßig viel Geld - der Gegenwert für zwei oder drei Bücher.

Zurück zur aufgelösten Kreditkarte. Am 23. Dezember erhielt ich ein Mail, in dem ich aufgefordert wurde 200 Kronen zu überweisen. Ich fragte nach und erfuhr, dass am 2. November 2019 noch über das Handy ein Betrag von 49 CZK für den Speicherraum auf dem Handy abgebucht worden ist und der Rest eine Pönale. Ich dachte mir, bevor ich mich jetzt lange aufrege, es ist ja kurz vor Weihnachten, überweise ich die 200 Kronen online  am 23. Dezember - um meine Ruhe zu haben. Heute am 29. Dezember finde ich im Briefkasten eine Mahnung in der mir bei Nichtüberweisung bis 30.12. eine Pönale von weiteren 500 Kronen angedroht wird.

Also werde ich am 2. Jänner wieder in die Filiale gehen, um nachzufragen, was das soll. In der ersten Zahlungserinnerung, per Post, steht eingerahmt, fett gedruckt:  Mit einer rechtzeitigen Überweisung meines Darlehens entgehe ich einem negativen Eintrag betreffend der Kreditwürdigkeit meiner Person. Es ist diese Unverhältnismäßigkeit, die mich aufregt. Auf der einen Seite werfen sie mir Kredite nach (die ich - nie angegenommen habe) und dann werden solche Sanktionen angedroht. Innerhalb von zwei Monaten werden aus 49 Kronen 200 Kronen und einen Tag darüber hinaus werden 500 Kronen Strafe verrechnet. Wie soll ich das sachlich benennen: Wucher?

30. Dezember 2019, Renate Findeis

PS: Am 3. Jänner 2020 werden mir die Mahngebühren auf das Konto zurück überwiesen. Am selben Tag erhalte ich eine Werbung für eine neue Kreditkarte. Ich klicke auf den Link, wo ich mich für weitere Informationen für eine Kreditkarte abmelde. Am 7.1.2020 erhalte ich einen Anruf von dem Kreditkartenbüro: es sind noch immer Zahlungen ausständig, da die Kreditkarte am 9. November noch benutzt worden sei, das war, für mich da online banking nicht einsehbar, da die Kreditkarte gelöscht wurde. Ich muss bezahlen, ja und die Schuld liegt bei mir. Ich konnte ja einen Antrag auf Reklamation erstellen, bei der Bankmitarbeiterin, die das Protokoll verfasst hat. Was sagt Ulrike Herrmann: eine Brücke zwischen den Systemen ist erforderlich

Die Weiterbildung fortsetzen: Ulrike Herrmann zuhören und lesen: Der Unterschied zwischen Geld und Kapital  

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