Ohne fein abgestimmte Zusammenarbeit gibt es keine Filmsequenz

Katerina Breier, Herstellungsleiterin, fragte mich, ob ich Fotos machen könnte für einen Dokumentarfilm*1 -  während der -  im August 2020 in Prag  - stattfindenden Dreharbeiten. Spontan, sagte ich zu. Am Vorabend des ersten Drehtages prüfte ich Kamera, wählte Objektive, lud Batterien auf und packte nebst anderen Utensilien, eine Tasche mit Masken - mit Extrafach für die gebrauchten - in den Rucksack.

Angekommen am Prager Militärflughafen, dem ersten Set, aufgebaute Zelte: eines für die Visasigistinnen, eines für die Kostümbildnerinnen, eines für das Catering. Desinfektionsmittel. Behälter mit Masken. Ein LKW für die Beleuchtung, ein Arbeitsplatz für Regie, Produktion, einen Treffpunkt für die Komparsen. Zwei Kameramänner (Klaus Fuxjäger, Bruno Gradino), - gut eingespielt mit den Beleuchtern.

Welche große Rolle das Licht spielt wurde mir klar, als ich beobachtete wie jede kleinste Einzelheit darauf abgestimmt wurde. Der nicht anwesende Regisseur Laurent Bergers (panemiebedingt in Singapur festsitzend) gab via Live Stream Anweisungen, die wurden vom Regieassistenten vor Ort an die gesamte Crew übertragen. Vor jedem Dreh wurde dem Regisseur per Live Stream der Drehort gezeigt. Danach Abstimmung der Kamerapositionen und Einstellungen. Der Regieassistent erklärte der Hauptdarstellerin und den Komparsen, um was es in der nächsten Szene geht. Kurze Probe. Unmittelbar darauf wurde gedreht. Der Regisseur nahm die Szene ab oder verlangte eine Wiederholung. Mit kurzen Pausen - zwölf Stunden an einem Strang. Drei Tage hintereinander.

 

Lenka Rzepková
Lenka Rzepková

Im Script des Dokumentarfilms wird die Geschichte einer noch lebenden Frau*2 erzählt, die im Krieg als Sanitätsoffizier Dienst an der Front gemacht hat. Es wurde ohne Ton, ohne Text -  nach detaillierten Regieanweisungen - gedreht. Die Stimmung musste sich in den Gesichtern, Gesten widerspiegeln. Die Hauptrolle wurde von der tschechischen Schauspielerin Lenka Rzepková gespielt. Der jüngste der Komparsen war sechs Jahre alt. Was sich in diesen Minuten hoher Konzentration vor meinen Augen abspielte – prägte sich mir ein. Die Stimme des Regieassistenten, der die Situation während des Drehs voller Emotionen beschrieb, so dass es im Ausdruck, in den Bewegungen zu sehen war. Ich hörte, roch, sah - wie Krieg sich anfühlt. Darob konnte ich nach dem ersten Drehtag keinen Schlaf finden, dachte an die Großeltern, die zwei Weltkriege miterlebt hatten.

 

Kozentrierte Zusammenarbeit, konkrete Zeitvorgaben  - für alle die am Set arbeiten, an der Vor- und Nachbereitung beteiligt sind. Ich ziehe nach drei sehr intensiven Tagen meinen Hut vor allen Mitwirkenden vor, hinter und neben der Kamera.  

Prag, 29. August 2020, Milena Findeis

 

 

*117.2.2021 Die Nachricht erhalten, dass der Dokumentationsfilm Der Engel von Dien Bien Phuam 28. Februar 2021, 22.35 Uhr von France TV, La case du siècle ausgestrahlt wird. Buch Claire L'Hoër über *2Geneviève de Galard Terraube. Regisseur Laurent Bergers.

 

Lenka Rzepková je členkou hereckého studia Švandova divadla a absolventkou Dialogického jednání na DAMU. Natočila několik studentských filmů a v 17 letech si jí všiml londýnský režisér Philip Parr, který ji obsadil do hlavní role v Zimní pohádce. Jejím snem je zahrát si hlavní roli v úspěšném celovečerním filmu, uspořádat jednou svou výtvarnou výstavu a vydat knihu, což je sen, který si s titulem s názvem Nikdy nezapomeň, právě plní. Nicolette Havlová 

 

Backstage L’ange de Diên Biên Phu

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Nadelstich

5.5.2021 Ein fröstelnder, nasser Maibeginn. Heute den  ersten — nicht spürbaren — Nadelstich mit Covid 19 Impfstoff in den linken Oberarm erhalten. Der zweite folgt am 16.6. Ein Dankeschön an all jene, die das durch ihr aktives Tun ermöglichen.

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Umwuchten?

Den Körper und die Denkmuster bewegen: Eigenverantwortung annehmen