Ohne fein abgestimmte Zusammenarbeit gibt es keine Filmsequenz

Ich wurde gefragt, ob ich Fotos machen könnte für einen Dokumentarfilm, während der Dreharbeiten. Ahnungslos, sagte ich zu. Vor einer Woche wurden mir die Drehtage mitgeteilt und dass ich per Mail benachrichtigt würde  über Einzelheiten wie Drehorte und den Zeiten. Einen Tag vor Drehbeginn erhielt ich von der Produktion eine Information, dass ich abgeholt würde. Am Vorabend des ersten Drehtages prüfte ich meine Kamera, wählte ein Objektiv, lud Batterien auf und packte nebst anderen Utensilien, eine Tasche mit Masken - mit Extrafach für die gebrauchten.

Angekommen am Set, sah ich aufgebaute Zelte. Eines für die Visasigistinnen, eines für die Kostümbildnerinnen, eines für das Catering. Desinfektionsmittel. Behälter mit Masken. Ein LKW für die Beleuchtung, ein Arbeitsplatz für Regie, Produktion, einen Treffpunkt für die Komparsen. Zwei Kameramänner (Klaus Fuxjäger, Bruno Gradino), - gut eingespielt mit den Beleuchtern.

BeleuchtungWelche große Rolle das Licht spielt wurde mir klar, als ich beobachtete wie jede kleinste Einzelheit darauf abgestimmt wurde. Der nicht anwesende Regisseur gab via Live Stream Anweisungen, die wurden vom Regieassistenten vor Ort an die gesamte Crew übertragen. Vor jedem Dreh wurde dem Regisseur per Live Stream der Drehort gezeigt. Danach Abstimmung der Kamerapositionen und Einstellungen. Der Regieassistent erklärte der Hauptdarstellerin und den Komparsen, um was es in der nächsten Szene geht. Kurze Probe. Unmittelbar darauf wurde gedreht. Der Regisseur nahm die Szene ab oder verlangte eine Wiederholung. Mit kurzen Pausen - zwölf Stunden an einem Strang. Drei Tage hintereinander.

Lenka RzepováIm Script des Dokumentarfilms wird die Geschichte einer noch lebenden Frau erzählt, die im Krieg als Sanitätsoffizier Dienst an der Front gemacht hat. Es wurde ohne Ton, ohne Text -  nach detaillierten Regieanweisungen - gedreht. Die Stimmung musste sich in den Gesichtern, Gesten widerspiegeln. Die Hauptrolle spielte Lenka Rzepová. Der jüngste der Komparsen war sechs Jahre alt. Was sich in diesen Minuten hoher Konzentration vor meinen Augen abspielte prägte sich mir ein. Die Stimme des Regieassistenten, der die Situation während des Drehs voller Emotionen beschrieb, so dass es im Ausdruck, in den Bewegungen zu sehen war. Ich hörte, roch, sah - wie Krieg sich anfühlt. Darob konnte ich nach dem ersten Drehtag keinen Schlaf finden, dachte an die Großeltern, die zwei Weltkriege miterlebt hatten.

 

AugnerinSeitdem weiß ich - es ist Schwerarbeit unter Zeitdruck - für alle die am Set arbeiten, an der Vor- und Nachbereitung beteiligt sind. Ich ziehe nach drei sehr intensiven Tagen meinen Hut vor allen Mitwirkenden vor, hinter und neben der Kamera. Hinzu kommt die lange Vorbereitung und danach der Schnitt, der Vertrieb. 

Prag, 29. August 2020, AUGnerin 

Szenen vor und hinter der Kamera

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