"Wie wird ein Foto 2025 aussehen?" Eberhard Schuy

 

Clubhouse ProgilErhalte über Vojtech Kristen,  tschechischer Journalist, eine Einladung für "Clubhouse", einer App für Gespräche. Um zu sehen, wie das funktioniert, schaue ich bei einer tschechischen Gesprächsrunde vorbei, wo es um Konzentration bei der Arbeit geht. Die zwei Teilnehmer und zehn Teilnehmerinnen - zwischen geschätzten 25 und 40 - diszipliniert, höflich, tauschen ihre Erfahrungen aus. Eine 25 jährige, die in London einen Job hat, jetzt vom Prager Homeoffice aus arbeitet "ich habe für mich das Buch entdeckt. Das Lesen konzentriert mich."

Für 20 Uhr melde ich mich für ein Gespräch mit Eberhard Schuy an "Warum die Fotografen die Fotografie kaputt machen?" Seit 1. April 1984 selbständig als Leiter eines Studios für kreative Produktfotografie, Autor, Speaker, Coach. Am Anfang sind wir zu viert im Gespräch. Eberhard Schuy berichtet, dass zur Zeit 80 % seiner geplanten Produktionen, Aufträge pandemiebedingt gestoppt wurden. Für ihn Zeit nachzudenken, welchen Weg - die Produktfotografie - zu beschreiten hat, um die Krise zu überwinden. Ihn beschäftigt die Frage, wie ein Foto im Jahre 2025 auszusehen hat, um weiterhin Kunden und deren Klientel zu begeistern, neue Auftraggeber zu finden. Erzählt von den Anfängen der digitalen Fotografie im Jahre 1994, wo viele nicht glaubten, dass diese zukünftig eine tragende Rolle spielen wird. Kreativität ist gefragt, denn die technische Abwicklung wird zunehmend von der KI der Apparate übernommen. Wichtig ist es, ein Produkt so darzustellen, dass es überhaupt wahrgenommen wird. Ein Großteil der Fotos sind heute technisch einwandfrei. Das Entscheidende ist die fotografische Idee, die nicht von Maschinen generiert werden kann. Es wird noch stärker darauf ankommen sich mit Akquíse, neue Formen der Zusammenarbeit zu beschäftigen: Entrepreneurship.

Gerade in dem Moment, wo ich auf die App drücke um die Hand zu heben, kommen junge Fotografen in den Raum, die sprechen munter drauf los. Erzählen was sie machen, mit welchen Kameras sie fotografieren. Zum Teil analog, zum Teil Wegwerfkameras und Eberhard Schuy ermutigt sie, all das auszuprobieren. Als  ein neu hinzugekommener Teilnehmer  belanglos Floskeln einwirft wird er von einem der jungen Fotografen punkto Umgangsformen belehrt, eine sehr junge Teilnehmerin, die hineinflötet, ohne eine Ahnung und Interesse am Thema zu haben, sich selber reden hören will, wird gesperrt. Eberhard Schuy beantwortet ruhig alle gestellten Fragen u.a. Tagessatz, Schokolade, Ausschlussklauseln. Die jungen Fotografen danken, verlassen das Gespräch. Eberhard Schuy verabschiedet sich. Auf Clubhouse ist es nicht möglich eine Nachricht zu hinterlassen, dazu bedarf es Twitter. Die Wege, die sich jetzt öffnen, wird das die Zukunft?

Wie im richtigen Leben kommt es darauf an, in welchen Räumen ich mich aufhalte, wer moderiert und welches Thema wie disktuiert wird. 

 

Prag, 29. Jänner 2021, Augnerin

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